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Jochen Malmsheimer: „Ich glaube, am witzigsten bin ich, wenn ich schlafe“

hzDeutscher Kabarettpreis

Jochen Malmsheimer wird am Samstag mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet. Im Interview erzählt er von seiner Arbeit und ihren Schattenseiten.

Bochum

, 12.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Er sagt über sich selbst, dass er am witzigsten ist, wenn er schläft: Jochen Malmsheimer (57). Warum das so ist und ob der Bochumer Kabarettist, der auch schon in der „Anstalt“ an der Seite von Urban Priol und Georg Schramm zu sehen war, ein neues Programm plant, verrät er im Interview mit Carolin West.

Herr Malmsheimer, Sie werden mit dem Kabarettpreis ausgezeichnet. Hätten Sie vor 30 Jahren gedacht, dass Sie einmal mit Kabarett auf der Bühne stehen und sogar einen Preis dafür bekommen würden?

Vor 30 Jahren nicht, letztes Jahr schon (lacht). Die Auszeichnung ist natürlich etwas Besonderes.

Heißt die Auszeichnung für Sie eher Weitermachen wie bisher oder gibt Ihnen das einen Motivationsschub?

Wenn man Preise braucht, um motiviert zu sein, sollte man das, was man tut, lassen. Der Preis ist der Beweis dafür, dass das was ich tue, wahrgenommen wird. Darüber freue ich mich sehr. Aber ansonsten krempelt er mein Leben nicht um und meine Auffassung vom Beruf tangiert das auch nicht.

Derzeit sind Sie mit dem Programm „Dogensuppe Herzogin – ein Austopf mit Einlage“ aus dem Jahr 2016 unterwegs. Dürfen Ihre Fans bald mit etwas Neuem rechnen?

Das ist zwei Jahre her und da steckt so viel drin, dass das mindestens vier Jahre halten muss. Sonst wird man ja bekloppt. Wenn ich etwas geschrieben habe, bin ich leer. Bis ich wieder etwas ansetze, dauert es eine Weile. Wenn es mir selber auf den Sack geht, dann schreibe ich was Neues.

Macht Ihnen Ihre Arbeit immer Spaß?

Natürlich nicht. Das ist eine Arbeit, die größtenteils Spaß macht, aber auch ihre Schattenseiten hat. Ich bin sehr lange von zuhause weg, sehe meine Familie kaum. Ich warte viel, sitze irgendwo rum und warte, dass es weitergeht. Das ist für jemanden mit meinem Temperament eine echte Prüfung. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Wie arrangieren Sie sich mit Ihrer Familie?

Ich habe zwei Söhne, die sind sicherlich ganz froh, wenn der Alte oft nicht da ist (lacht). Meine Frau entbehrt mich. Für uns beide ist es nicht ganz so leicht, aber wir haben – sagen wir mal – einen Modus Vivendi gefunden, mit dem man das aushalten kann.

Wann finden Sie sich selbst am witzigsten – privat oder auf der Bühne?

Ich glaube, am witzigsten bin ich, wenn ich schlafe. Ich trage seit Neuestem ab und zu ein Nasenpflaster.

Sie schnarchen also?

Das Gott sei Dank nicht (lacht). Ich habe einen starken Schnupfen und so kriege ich besser Luft. Aber das sieht so unglaublich scheiße aus, dass ich sehr lachen muss. Also ich glaube, da bin ich im Zenit meines humoristischen Schaffens.

Waren Sie bei einem Ihrer Auftritte schon einmal gar nicht zufrieden mit Ihrem humoristischen Schaffen?

Die Kunst ist, dass man Dinge versenkt, ohne dass das andere merken. Und da habe ich es, glaube ich, zu einer gewissen Meisterschaft gebracht.

Was machen Sie, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen?

Wenn ich nicht arbeite, bin ich zu Hause und halte den Mund – was meine Familie, glaube ich, sehr schätzt. Aber ich bin ungefähr zwei Drittel des Jahres unterwegs.

Trotz wenig Zeit zuhause: Würden Sie sagen, die Arbeit als Kabarettist ist – nach einem abgebrochenen Studium und der Arbeit als Buchhändler – ihr Traumjob?

Ja. Und solange andere behaupten, das ist das Richtige, tu ich das auch.

Was würden Sie Kollegen in den Anfängen raten?

Was ich jedem rate: Man muss daran glauben, was man tut und gut finden, was man tut. Der Rest stellt sich dann schon ein.

Jochen Malmsheimer in Essen Jochen Malmsheimer ist mit „Dogensuppe Herzogin – ein Austopf mit Einlage“ am 22. Februar in Essen zu Gast. Er tritt um 20 Uhr in Stratmanns Theater Europahaus, Kennedyplatz 7 in Essen, Tel. (0201) 8204060, auf.