Jürgen Domian rechnet mit Greta ab: „Du gehst mir auf die Nerven“

Offener Brief

Der Radiomoderator Jürgen Domian arbeitet sich in einem offenen Brief an der Klimaaktivistin Greta Thunberg ab: Deren Verhalten gehe ihm auf die Nerven. So lauten die Reaktionen via Twitter.

07.03.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Moderator Jürgen Domian.

Der Moderator Jürgen Domian. © Henning Kaiser/dpa

Ob US-Präsident Donald Trump oder der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr: An Kritikern mangelt es der jungen Klimaaktivistin Greta Thunberg nicht.

Jetzt kommt die Missbilligung allerdings von unerwarteter Seite: Der Radiomoderator Jürgen Domian, bekannt für seine liberale Einstellung, arbeitet sich in einem offenen Brief im „Kölner Stadt-Anzeiger“ an der 17-Jährigen ab. Dabei stellt er auch in den Raum, dass Greta ihren Autismus als Teil der Inszenierung nutzen würde.

„Liebe Greta, (...)“ - Domian teilt heftig aus

„Liebe Greta, (...) Seit ein paar Jahren nun schon sprichst Du zu uns klare Worte und hältst mit Kritik nicht hinter dem Berg. Genauso werde ich es jetzt auch machen“ - mit diesen Worten beginnt der Brief von Jürgen Domian an die Klimaaktivistin.

Und dann teilt der Radiomoderator, der erst vor Kurzem ein Comeback gefeiert hat, heftig aus: „Ich muss Dir sagen, dass Du mir mittlerweile ziemlich auf die Nerven gehst“, schreibt Domian. Und weiter: „Es gibt kaum eine Woche, in der Du nicht irgendwo in Erscheinung trittst und irgendjemandem mit moralinsaurer Miene Vorwürfe machst. (...) So fällt es mir immer schwerer, Dich und Deine Bewegung Fridays for Future noch ernst zu nehmen.“

Greta-Hype nur eine „geniale Inszenierung“?

Dann stellt Domian in Frage, ob der Hype um Greta nicht nur eine „geniale Inszenierung ziemlich cleverer PR-Manager“ sei, um am Ende „Dir und der Marke Greta einen ordentlichen Haufen Geld“ zu verdienen.

Auch ihre Krankheit sieht Domian als Teil dieser möglichen Inszenierung: „Eine Jugendliche, erkrankt am Asperger-Syndrom und zudem an Depressionen und Essstörungen leidend, sitzt herzzerreißend einsam mit einem großen handgeschriebenen Pappschild (vor dem schwedischen Reichstag und demonstriert für eine gute Sache. (...) Die Aufmerksamkeit war Dir sicher.“

Auch an der viel beachtete Rede Thunbergs vor den Vereinten Nationen lässt Jürgen Domian kein gutes Haar: „Ich saß vor dem Fernseher und musste mich ein paarmal schütteln vor lauter Fremdschämen. Dein Gebaren war derart hysterisch, dass ich es kaum aushalten konnte“, schreibt der Moderator.

Jürgen Domian: „Bitte lass den Leuten ihre SUVs“

Schließlich fordert Domian die 17-Jährige auf, dahin zu gehen, „wo es wirklich stinkt. (...) Geh nach Brasilien, nach Russland, China oder nach Indien! Da spielt die Musik. Das Weltklima wird nicht in Deutschland oder Schweden gerettet.“

Im Gegenteil, Deutschland sei „völlig unbedeutend“, weshalb Domian auch die Folgerung zieht: „Bitte lass den Leuten ihre SUVs und ihre Urlaubsreise mit dem Flugzeug! Kämpfen wir lieber zusammen für Tempo 130 auf deutschen Autobahnen, Tempo 30 in den Innenstädten sowie einen massiven Ausbau des Schienennetzes. Verbreite nicht bei jedem Auftritt Angst und Panik!“

„Entsorge bitte Deinen Heiligenschein!“

Die Brief an Greta endet mit einer Bitte: „Entsorge bitte Deinen Heiligenschein! Natürlich umweltgerecht. Dann würden wir einen großen Schritt weiter, und ich könnte Dich wieder richtig sympathisch finden.“

Kritik an Jürgen Domian

Auf Twitter gibt es etliche Reaktionen auf Domians offenen Brief, die meisten sind negativ. So schreibt etwa der Moderator Nilz Bokelberg: „Domian schreibt im KStA einen offenen Brief an Greta Thunberg: Dass sie doch aufhören soll, die Leute zu nerven, dass sie fremdgesteuert sei und dass sie den Leuten doch ihre SUVs lassen soll. Herrje. Jürgen. Bitte nicht“, fegolt vom Hastha #WennsichLegendenselbstauseinandernehmen.

RND/seb