Junge tot: Todesfahrer trotz hoher Haftstrafe immer noch auf freiem Fuß

Alkohol am Steuer

Im September 2017 fährt Waldemar S. betrunken einen 14-jährigen Jungen tot. Im April 2019 wird er zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Doch noch immer ist der 32-Jährige auf freiem Fuß.

Hannover

05.12.2019, 08:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Junge tot: Todesfahrer trotz hoher Haftstrafe immer noch auf freiem Fuß

Der Mann hatte mit Alkohol am Steuer drei Teenager schwer verletzt und eine 14-Jährigen getötet und dafür eine hohe Haftstrafe erhalten. © picture alliance/dpa

Er hatte betrunken und ohne Führerschein mit seinem Auto einen 14 Jahre alten Jungen getötet und drei weitere Teenager teils schwer verletzt: Im April wurde der 32-jährige Waldemar S. deshalb in Hannover wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Doch bis heute ist der Mann auf freiem Fuß - weil alle Plätze im Maßregelvollzug belegt sind, berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ).

Hintergrund: Wegen seiner Alkoholsucht sollte Waldemar S. zunächst im Maßregelvollzug eine Therapie machen, das ist bislang allerdings nicht möglich. „Wir haben um Zuweisung um einen Platz in der Unterbringung gebeten und dabei auf die Dringlichkeit des Falls hingewiesen“, sagte Kathrin Söfker von der Staatsanwaltschaft Hannover der HAZ.

Bislang sei in diesem Fall nichts geschehen. Eine zeitliche Begrenzung, nach deren Ablauf ein verurteilter Straftäter auf jeden Fall untergebracht werden muss, gebe es nicht. Bedeutet: So lange kein Platz frei wird, muss Waldemar S. seine Strafe auch nicht antreten.

Mindestens 1,68 Promille Alkohol im Blut

Der 32-Jährige hatte sich am Abend des 30. September 2017 hinter das Steuer seines Autos gesetzt, um seine drei Neffen und deren 14 Jahre alten Freund nach nach Seelze zu fahren. Dabei hatte er mindestens 1,68 Promille Alkohol im Blut, einen Führerschein besitzt er auch nicht.

Auf einer Kreisstraße kam der Wagen von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Die drei Neffen trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Der 14-jährige Freund der Familie erlag drei Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

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