Kanzleramtschef findet Strategie einer "Herdenimmunität" ungeeignet

Coronavirus

In der Diskussion über das Coronavirus fällt immer wieder der Begriff “Herdenimmunität”. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, hält davon nichts – und erklärt auch, warum.

Berlin

20.04.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kanzleramtschef Braun hält die Strategie einer «Herdenimmunität» für untauglich.

Kanzleramtschef Braun hält die Strategie einer «Herdenimmunität» für untauglich. © picture alliance/dpa

Kanzleramtschef Helge Braun hält die Strategie einer “Herdenimmunität” für untauglich im Kampf gegen das Corona-Virus in Deutschland. “Um nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung in 18 Monaten zu immunisieren, müssten sich jeden Tag 73.000 Menschen mit Corona infizieren”, sagte Braun der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

“So hohe Zahlen würde unser Gesundheitssystem nicht verkraften und könnten auch von den Gesundheitsämtern nicht nachverfolgt werden. Die Epidemie würde uns entgleiten.”

Mit Herdenimmunität meinen Wissenschaftler die Immunität eines so großen Prozentsatzes der Bevölkerung nach einer Infektionswelle, dass die weitere Ausbreitung der Krankheit zum Erliegen kommt. “Eine Epidemie ist erst zu Ende, wenn ein Anteil von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus ist”, erklärte Braun, der selbst Arzt ist.

Braun setzt auf Kurs der Bundesregierung

“Die Wissenschaftler nennen das etwas schmeichelhaft Herdenimmunität.” Stattdessen setzt der CDU-Politiker auf den Kurs der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel: “Daher lautet die Strategie, Ansteckungen zu vermeiden und bezüglich der Immunität auf die Einsatzfähigkeit eines Impfstoffs zu warten.”

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