Karneval: Land NRW verbietet zu dicke Reiter, Alkohol und mehr

Karneval

Um Pferde und Feiernde im Karneval zu schützen, hat das Land NRW neue Regeln für Vereine und Behörden erlassen. Übergewichtige dürfen nicht mehr auf Pferden reiten. Und es gibt weitere Verbote.

NRW

30.01.2020, 13:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Karneval: Land NRW verbietet zu dicke Reiter, Alkohol und mehr

Pferde im Karneval sind ein umstrittenes Thema. © picture alliance/dpa

Das Land NRW reagiert auf Debatten über Pferde in Karnevalsumzügen: Das Umweltministerium hat Leitlinien für Behörden und Vereine erstellen lassen, die „einen größtmöglichen Schutz der Pferde und der Sicherheit von Beteiligten und Zuschauern“ gewährleisten sollen. Dazu gehören ein Handy-Verbot, Dopingkontrollen und ein Verbot von übergewichtigen Reitern.

Rauchen, Handys und Alkohol sind für Menschen mit Pferden untersagt

In den vorläufigen Richtlinien, die nach der diesjährigen Session bewertet werden sollen, heißt es unter anderem: „Der Konsum von Alkohol und anderen Drogen vor und während der Veranstaltung ist für alle mit den Pferden befassten Personen ausnahmslos untersagt“. Auch Rauchen und Handynutzung sind verboten. Die Tiere müssen laut Richtlinie gesund und auf einen Umzug vorbereitet sein. Ein Dopingverbot werde „stichprobenartig kontrolliert“.

Karneval: Land NRW verbietet zu dicke Reiter, Alkohol und mehr

Pferde inmitten einer Kapelle: Bilder wie dieses aus dem Jahr 2008 vom Faschingsumzug in der Frankfurter Innenstadt wird es in NRW nicht mehr geben. © dpa/Archiv

Zudem muss es Ausweichmöglichkeiten für Pferde und Kutschen geben, um Engstellen zu vermeiden. Ein Tierarzt soll in zehn Minuten beim Pferd sein. Die Positionierung vor oder hinter einer Musikkapelle ist untersagt.

Tierarzt muss in 10 Minuten beim Pferd sein können

Die Reiter müssen Praxis nachweisen, den Deutschen Reitpass besitzen und ein „geeignetes Verhältnis“ zur Konstitution des Pferdes haben: „Das Gewicht Reitender darf nicht mehr als 15% des Pferdegewichtes betragen.“ Pferde wiegen im Schnitt - je nach Rasse – zwischen 400 Kilo (Araber) und 700 Kilogramm (Warmblüter), Kaltblüter liegen darüber.

Karneval: Land NRW verbietet zu dicke Reiter, Alkohol und mehr

Im Kölner Rosenmontagszug war 2018 eine Pferdekutsche durchgegangen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Der hinter der Kutsche folgende Teil des Zuges wurde gestoppt. © picture alliance / Pia Meis/dpa

Unfall mit Kutschpferden in Köln

Nach einem Unfall mit Kutschpferden beim Kölner Rosenmontagszug hatte das Umweltministerium 2018 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Basierend auf ihren Empfehlungen wurden die Leitlinien gestaltet. Sie sollen laut Ministerium nach der Session mit den Vereinen unter anderem bezüglich ihrer Praxistauglichkeit bewertet werden.

dpa/kar

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