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Kemler: "Hier wird kein Hobbyfußball gespielt"

CASTROP-RAUXEL Für die A-Junioren der Spvg Schwerin geht es in der Fußball-Westfalenliga um den Klassenerhalt. Vor dem ersten Spiel nach der Winterpause, in dem die „Blau-Gelben“ am 9. Februar bei der SG Wattenscheid 09 gastieren, sprach RN-Mitarbeiter Jörg Laumann mit dem Schweriner Trainer Christian Kemler.

von Von Jörg Laumann

, 05.02.2008

Herr Kemler, sind Sie mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden?Kemler: Wir haben ein sehr intensives Programm mit acht Testspielen innerhalb von drei Wochen absolviert. Dabei sind wir überwiegend gegen höherklassige Teams angetreten, weshalb es für mich auch kein Problem ist, dass wir nur eine Partie gewonnen haben.

Natürlich hätte ich gerne mehr Erfolgserlebnisse gehabt, aber letztlich kann man ebenso aus Niederlagen lernen. In der Testpartie gegen den Bundesligisten RW Ahlen haben wir einen 0:4-Rückstand fast noch aufgeholt. Dieser Auftritt der Mannschaft hat mir gezeigt, dass die Vorbereitung gefruchtet hat.

Sie haben auch Trainingseinheiten außerhalb des üblichen Fußballprogramms eingelegt. Wie sind diese Maßnahmen bei der Mannschaft angekommen?Kemler: Fußball ist ein Sport, für den der ganze Körper trainiert werden muss. Wir haben zum Beispiel Spinning angeboten, um Kraft und Ausdauer zu stärken, und Aerobic als Beweglichkeits-Training. Wichtig war hier für die jungen Spieler auch, dass sie diese Einheiten mit den Spielern der ersten Mannschaften absolvieren konnten.   

Wie wichtig ist generell die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft?Kemler: Mit Helmut Schulz, dem Trainer der ersten Mannschaft, habe ich zuvor ja bereits am DFB-Stützpunkt Dülmen/Lüdinghausen und beim VfB Waltrop zusammengearbeitet. Er legt sehr viel Wert darauf, dass die jungen Spieler möglichst früh an den Seniorenbereich herangeführt werden. Wir trainieren auch regelmäßig gemeinsam in gemischten Gruppen. Was wir im A-Juniorenbereich aufbauen, ist letztlich die Zukunft der Spvg Schwerin.

"Es gibt Spieler, die momentan nicht mithalten können"

Aus dem 22 Mann starken Kader haben sie 17 Spieler ausgewählt, die Ihrer Meinung nach Westfalenliga-tauglich sind. Hat das zu Unruhe geführt?Kemler: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich den Kader nicht verkleinert habe. Wir trainieren wie gehabt mit allen 22 Akteuren. Allerdings gibt es fünf Spieler, die momentan in der Liga nicht mithalten können. Das hat mit Defiziten zum Beispiel bei der Grundschnelligkeit und der Handlungsschnelligkeit zu tun. Solch eine Auswahl ist aber immer eine Momentaufnahme. Durchaus möglich, dass Spieler, die jetzt außen vor sind, später auch wieder eine Chance bekommen.

Sie müssen im ersten Spiel am kommenden Sonntag gleich beim Spitzenreiter in Wattenscheid antreten. Eher eine gute oder eine schlechte Konstellation?Kemler: Ich finde es nicht verkehrt, dass wir sofort gegen einen der absoluten Aufstiegsfavoriten spielen müssen.

Im Fußball ist vieles Kopfsache und so hoffe ich darauf, dass meine Mannschaft an die positiven Ansätze aus dem Testspiel gegen Ahlen anknüpfen kann. Genau wie dort müssen wir auch in Wattenscheid spielen: Aus einer sicheren Deckung heraus mit gezielten Kontern versuchen zum Erfolg zu kommen.  

Wie sieht die personelle Situation bei Ihrer Mannschaft aus?Kemler: Abwehrspieler Dennis Dannemann hat sich im Testspiel gegen Ahlen eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Er wird in Wattenscheid wohl definitiv nicht mit von der Partie sein. Ansonsten gehe ich davon aus, dort mit der Bestbesetzung antreten zu können.

"Das ein oder andere Opfer muss man bringen"

Was erwarten Sie insgesamt von den letzten zehn Spielen in dieser Westfalenliga-Saison?Kemler: Es gibt sicherlich keinen Zweifel daran, dass wir einen harten Kampf gegen den Abstieg aufnehmen müssen. Ich hoffe, dass wir uns in Wattenscheid gut verkaufen und danach im Heimspiel gegen Erkenschwick nicht verlieren. Dann folgt beim derzeitigen Tabellenletzten Eintracht Dortmund schon ein absolutes Schlüsselspiel. Ingesamt brauchen wir wohl noch zwölf bis 15 Punkte, um den Klassenverbleib zu schaffen.

Ist die Mannschaft dieser Herausforderung gewachsen?Kemler: Ich denke, dass alle verstanden haben, worum es geht. In der Westfalenliga wird kein Hobbyfußball gespielt. Wir haben am Karnevalswochenende kein Testspiel absolviert und alle hatten die Möglichkeit, am Samstagabend noch einmal zu feiern. Das geht während des Liga-Spielbetriebs nicht mehr.

Ich erwarte nicht, dass die jungen Spieler ihren gesamten Lebensstil ändern. Das eine oder andere Opfer muss man allerdings bringen, wenn man in einer solch hohen Liga mithalten will.

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