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Schmickler begeistert im ausverkauften Brauhaus

KIRCHHELLEN Er ist der König des politischen Kabaretts. Schonungslos ehrlich hält er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und spricht aus, was viele nurn zu denken wagen.

von Von Yvonne Dziabel

, 11.02.2008
Schmickler begeistert im ausverkauften Brauhaus

Spitze Zunge, große Gesten: Wilfried Schmickler im Brauhaus.

Wilfried Schmickler begeisterte am Sonntagabend das Publikum im ausverkauften Brauhaus. Sarkasmus pur und eine spitze Zunge sind die Merkmale seines neuen Programms "Zum Dritten", wie immer mit Politiksatire, Religionskritik und einer Ode an die Deutsche Sprache.

Erstes großes Thema war die Religion. Trotz Papstwitzen erklärte der Kabarettist, er hätte die theologischen Faxen dicke und wolle sich nicht mehr in den Kampf der Kulturen einmischen. Er würde es mit dem Glauben lieber so halten wie Konrad Adenauer mit Homosexuellen: "Solange er mich nicht anpackt, ist es mir egal."

So leer wie Koch?s Kopf

Ein weiteres Lieblingsthema des Kabarettisten; die Staatsschulden. "Da kann der Steinbrück so lange reden wie er will. Die Kassen sind so leer wie der Kopf von Roland Koch", wetterte Schmickler. "Heute heißt das Motto: privatisieren statt investieren." Von Wertevorstellungen könne keine Rede mehr sein. Denn die würden sowieso gewechselt wie die Unterwäsche. "Morgens Buddist, mittags Kapitalist und abend Faschist!"

Angela Merkel bekam natürlich auch ihr Fett weg. "Die hat noch Ideen in der Schublade", erklärte Schmickler. "Beim Nachsehen fand man Kohls Memoiren, die Mutterkreuze von Ursula von der Leyen und ihre Physikarbeit mit dem Thema: Wie viel heiße Luft passt in eine Knalltüte."

Wahlverdrossenheit

Da sei es kein Wunder, dass es so viel Wahlverdrossenheit im Land gibt. "Das ist wie mit der Speisekarte im Restaurant. Was nutzt mir das kleinere Übel, wenn ich hinterher doch kotzen muss?" AKlare Worte fand Schmickler auch für das Wahlverhalten im Osten und die große Zustimmung für die NPD. "Das wäre, als wenn ich im Restaurant aus Protest gegen die Speisekarte aus dem Klo trinken würde. Die NPD ist das Dümmste, was die Parteienlandschaft nach 45 zu bieten hat."

Schmickler widmete sich auch der Verwahrlosung der Sprachkultur. In einem Land der Dichter und Denker sei es doch erschreckend, dass die meisten nur noch einen Sprachschatz von 500 Wörtern besitzen und darunter viele Formen von "geil" wären, wie hammer- oder affengeil. "Irgendwann heißt es: Einigkeit und Recht und Geilheit oder Geiler Gott, wir loben dich."

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