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Unkoventionelle Klangcollagen

KIRCHHELLEN "Was geht mich eigentlich Selma an?" Diese Frage stellten sich auch die Schüler der Oberstufe des Vestischen Gymnasiums Kirchhellen.

von Von Marius Mai

, 21.02.2008
Unkoventionelle Klangcollagen

Die Musiker spielten ihre Instrumente sehr unkonventionell, es gab keine Lieder und keine „normalen“ Akkordfolgen. Durch die durch die besondere Spielweise wurde eine mitreißende Atmosphäre erzeugt.

Unter der Leitung der studierten Opernsängerin Christina Ascher und der Musikreferendarin Daniela Grenz erarbeiteten die Schüler an einem Projekttag ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Das Ergebnis wurde am Mittwoch im Forum der Hauptschule präsentiert. Der Arbeitstitel "Was geht mich eigentlich Selma an?" bezieht sich auf die Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger. Sie wurde 1942 von den Nationalsozialisten in das Arbeitslager Michailowska in der Ukraine verschleppt und starb dort wenig später. Die Gedichte und das Schicksal von Selma wurden durch Gesang und Klangcollagen von den Schülern und Christina Ascher interpretiert.

Vor etwa 70 Zuschauern erzeugten die Schüler eine andächtige und bewegenden Stimmung. Die Vorführung war eine gelungene Mischung aus Theater, Oper, Lesung und experimenteller Musik.

Einsamer Tod

Die Aufführung zeigte das Leben von Selma von der glücklichen Kindheit bis zum einsamen Tod. Zu jeder Epoche wurden Stimmungsbilder auf einer Leinwand gezeigt und durch die besondere Spielweise der Schüler wurde eine mitreißende Atmosphäre erzeugt. Die Musiker spielten ihre Instrumente sehr unkonventionell, es gab keine Lieder und keine "normalen" Akkordfolgen. Papier und Messingschalen wurden zur Klangerzeugung benutzt und teilweise standen einzelne Töne im Raum, deren Bedeutung erst im Gesamtkontext hörbar wurde.

Offen und motiviert

Während der gesamten Vorführung war es totenstill im Publikum. "Das war ein beeindruckendes Konzert, es hat mich sehr bewegt" sagte Schulleiterin Iris Denkler nach der Aufführung. Zwischen den Inszenierungen sang Christina Ascher unter Begleitung auf dem Akkordeon von Daniela Grenz mit ihrer tolle Opern-Stimme die Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger. Ascher sprach den Schülern ein großes Kompliment aus und sie betonte, wie wichtig kreativer Unterricht für die Schüler ist. "Es war eine tolle Zusammenarbeit. Jeder Beteiligte zeigte sich sehr offen und motiviert", so Ascher weiter, "das ist bei weitem nicht an jeder Schule so."

Als der Vorhang fiel, gab es minutenlangen Applaus und viele Zuschauer bedankten sich persönlich bei Christina Ascher und den Schülern für dieses tolle Erlebnis.

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