Kommunen: Eltern sollen für Digitalisierung an Schulen zahlen

Digitalisierung

Die Kommunen NRW wollen Eltern an den Kosten der Digitalisierung in den Schulen beteiligen. Die Summe, die Bund und Land in den Digitalausbau steckten, reiche nur für einen Einstieg.

Düsseldorf

11.07.2020, 07:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Städte- und Gemeindebund NRW will Eltern an den Kosten der Digitalisierung in den Schulen beteiligen.

Der Städte- und Gemeindebund NRW will Eltern an den Kosten der Digitalisierung in den Schulen beteiligen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Der Städte- und Gemeindebund NRW will Eltern an den Kosten der Digitalisierung in den Schulen beteiligen. „Ich denke, ein so großes Zukunftsprojekt wie die Digitalisierung lässt sich nur stemmen, wenn alle einen Beitrag leisten: Kommunen, Land und Eltern“, sagte Hauptgeschäftsführer Bernd Jürgen Schneider dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag).

Bei den Lehrmitteln gebe es heute schon eine Beteiligung der Familien. „Die Laptops sollen die Bücher ja auf Dauer ersetzen. Dann wäre das lediglich eine Umverteilung der Kosten“, sagte Schneider der Zeitung.

„Betrag kann nicht alleine von Kommunen geschultert werden“

Die Summe von einer Milliarde Euro, die Bund und Land in den Digitalausbau an den NRW-Schulen steckten, wirke gigantisch, reiche aber nur für einen Einstieg. „Die Bertelsmann-Stiftung hat errechnet, dass pro Schüler Folgekosten von rund 400 Euro entstehen. Das macht bei rund 2,5 Millionen Schülern in NRW eine Summe von einer Milliarde Euro - und zwar jährlich. Das ist eine gewaltiger Betrag, der nicht alleine von den Kommunen geschultert werden kann“, erklärte Schneider.

Der Digitalpakt soll Schulen mit digitaler Infrastruktur ausstatten - also mit WLAN-Netzen, Lernprogrammen aber auch geeigneten Geräten. Seit Herbst des vergangenen Jahres können die Mittel online beantragt werden. Die Kommunen in NRW haben bislang allerdings nur einen sehr kleinen Anteil abgerufen. Bis zum 3. Juni sind rund 404 000 Euro von gut einer Milliarde Euro abgerufen worden, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorging.

dpa