Konzerthaus Dortmund startet mit großen Gefühlen und Überraschungen in die neue Saison

Neuer Intendant

Vor dem Konzerthaus Dortmund war am Sonntag zum festlichen Saisoneröffnungskonzert der rote Teppich ausgerollt. Im ausverkauften Haus gab es Überraschungen.

16.09.2018 / Lesedauer: 2 min
Konzerthaus Dortmund startet mit großen Gefühlen und Überraschungen in die neue Saison

Omer Meir Wellber mit Pianist Jan Lisiecki © Pascal Amos Rest

Zuerst für die Zuhörer, von denen einige staunten, was für ein impulsiver und temperamentvoller Dirigent der oft zurückhaltende Omer Meir Wellber an Pult des City of Birmingham Symphony Orchestra war. Nach dem Konzert für den neuen Intendanten Raphael von Hoensbroech.

Für ihn haben seine Mitarbeiter im Foyer ein Banner ausgerollt, ein Mädchenchor der Chorakademie sang das Gloria von Delibes. Überraschung gelungen. In seiner rhetorisch geschliffenen, frei gehaltenen Begrüßung sagte der Intendant vor dem Konzert: „Es ist eine Ehre und ein Geschenk, Sie als Intendant dieses Hauses begrüßen zu dürfen.“

Ein Programm voller großer Gefühle und mit Aufbruchstimmung

Das Programm, das aus Werken bestand, aus denen große Gefühle klingen, passte gut zu diesem emotionalen Nachmittag, der voller freudiger Erwartungsstimmung war.

Dvoráks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ ist ja auch ein zu neuen Ufern aufbrechendes Werk. Wie sorgsam und effektvoll Meir Wellber die vier Sätze auslotete, wie er mit variablen Tempi gefühlvoll Oasen der Ruhe in dynamisch wild ausgepeitschten Klängen schuf, war eindrucksvoll.

Das City of Birmingham Symphony Orchestra spielte seine großen Qualitäten aus

Schon in Dvoráks Othello-Ouvertüre zu Beginn hörte man die großen Qualitäten des Orchesters: den satten, warmen, weichen, runden Streicherklang und die vorzüglichen Bläser.

Im zweiten Klavierkonzert von Rachmaninow verbanden sich die dann kongenial mit dem Spiel des Solisten Jan Lisiecki, der aus einem Gefühlsfass zu schöpfen scheint, das für einen 23-Jährigen unwahrscheinlich riesig ist.

Jan Lisiecki imponierte mit einem riesigen Kosmos an Ausdrucksnuancen

Mit Klängen, so stark wie Kreml-Glockenschläge, eröffnete er das Hollywood-Filmmusik-reife Werk, tupfte in die technisch brillant herausgespielten Läufe ganz viel Poesie und begeisterte mit einem riesigen Kosmos von Ausdrucksnuancen. Ein Riesentalent – und ehemaliger „Junger Wilder“ des Konzerthauses. Ein Prélude von Rachmaninow fügte Lisiecki klug als Zugabe an.

Das Orchester dankte mit einem Slawischen Tanz von Dvorák für den großen Jubel nach dem fulminanten Start. So kann‘s weitergehen.