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Land stellt 150 Millionen Euro bereit - und was sagen die Werner Vereine?

WERNE Die 396 Gemeinden und Städte sowie deren Sportvereine in Nordrhein-Westfalen schielen auf 150 Millionen Euro. Diesen gigantischen Betrag stellt das Land in den nächsten drei Jahren den Vereinen und Kommunen für den Neubau und die Sanierung von Sportanlagen zur Verfügung - nicht als Geschenk, sondern in Form von verbilligten Darlehen.

von Von Dominik Möller

, 27.02.2008
Land stellt 150 Millionen Euro bereit - und was sagen die Werner Vereine?

Prüft, ob das Konzept für den SV Herbern interessant ist: Werner Heitmann.

"Benötigt wird nur ein Finanzierungsplan durch die Hausbank, die Antwort auf die Frage 'Wer und was ist förderungsfähig?' und der Antrag", erklärt Klaus Bielstein, Pressesprecher der für die Abwicklung zuständigen NRW.Bank. Er schlägt kräftig auf die Werbetrommel: "Die Darlehenszinsen sind sehr günstig, die Laufzeit beträgt 30 Jahre bei einer Zinsbindung von 20 Jahren und fünf tilgungsfreien Anlaufjahren."

Für Kommunen und große Vereine sind bis zu 10 Millionen Euro drin, für Vereine lägen eher 200.000 Euro im Wunschbereich, heißt es aus der Landeshauptstadt. Soweit die wohlklingende Theorie. Aber wie sieht's in der Praxis aus, auf Seiten der Adressaten?

"Wenn sich interessante Finanzierungsmodelle ergeben, warum nicht?"

Tendenziell nicht abgeneigt scheint der SV Herbern zu sein - allerdings ist Werner Heitbaum, Vorsitzender des Gesamtvereins, noch nicht wirklich im Thema. "Ich hab es nur am Rande mitbekommen, aber wenn sich für uns interessante Ansätze oder Finanzierungsmodelle ergeben, warum nicht?", fragt Heitmann. Momentan schultert der Verein die Kosten für den Kunstrasenplatz am Siepen zum Großteil selbst.

"Wir haben unseren Platz unter anderem durch Erhöhung der Mitgliedsbeiträge finanziert", sagt Heitmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings sei es ein harter Kampf gewesen, bis die Erhöhung durchgeboxt war. In Herbern rundet eine Finanzspritze der Gemeinde die öffentliche Förderung ab.

"Um den Rest müssen wir uns kümmern. Und das kriegen wir auch hin", so Heitmann. Vielleicht ja sogar mit Geldern aus dem NRW-Topf. Denn der Herberner Finanzierungsplan sieht eine Tilgungsfrist von "etwa 15, 16 Jahren vor", verrät der SVH-Vorsitzende.

"Du kriegst das Geld ja nicht geschenkt"

Auf den ersten Blick hält Lutz Hammer, Vorsitzender des Werner SC, nicht ganz so viel vom Landeskonzept. "Du kriegst das Geld ja nicht geschenkt - und eine Sportstätte schon gar nicht", so Hammer. Selbst wenn man die Beiträge erhöhe und fleißig zurückzahle - "mehr als 30.000 Euro im Jahr kriegt man nur schwer getilgt", sagt Hammer.

Mit Bedacht spricht Hammer von einer Sportstätte - und nicht von einem Fußballplatz. Für einen vernünftigen Fußballplatz brauche man rund 800.000 Euro, rechnet der WSC-Vorsitzende vor - und fügt an: "Eine Menge Holz." Außerdem gibt er noch zu bedenken: Wenn man die 150 Millionen umrechnet auf die 396 Gemeinden, bleiben nur rund 400.000 Euro pro Nase übrig. Das sei "kein ausreichender Betrag für eine neue Sportanlage".

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