„Land unter“ in NRW: Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller – weitere Unwetter drohen

Wetter

Starkregen und Sturm haben in Teilen von NRW für Großeinsätze von Feuerwehr und Polizei gesorgt. Auch der Zugverkehr war gestört. Am Donnerstag drohen in einigen NRW-Regionen weitere Unwetter.

Bonn

13.08.2020, 05:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Bonn mussten Feuerwehrleute einen Baum im ehemaligen Regierungsviertel beseitigen, der bei einem Unwetter auf die Gleise der Straßenbahn gefallen ist.

In Bonn mussten Feuerwehrleute einen Baum im ehemaligen Regierungsviertel beseitigen, der bei einem Unwetter auf die Gleise der Straßenbahn gefallen ist. © picture alliance/dpa

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, blockierte Straßen: Ein Unwetter mit Starkregen hat in Teilen von Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt.

Südlich von Köln und bei Bonn hätten kleinere Gefahrstellen durch herumfliegende Gegenstände für Einschränkungen auf den Autobahnen gesorgt, sagte ein Sprecher der Polizei Köln am frühen Donnerstagmorgen. In Sankt-Augustin waren mehr als 120 Feuerwehrkräfte im Einsatz. An 60 Stellen wurden Keller ausgepumpt und umgestürzte Bäume mit der Motorsäge zerkleinert, wie die Feuerwehr berichtete. Der Betrieb der Stadtbahn wurde eingestellt.

In Bergisch-Gladbach wurden bis 22.30 Uhr rund 20 Einsätze bearbeitet. Etwa im Stadtteil Katterbach war die Feuerwehr drei Stunden damit beschäftigt, einen umgestürzten Baum mit einer Drehleiter von einem Haus zu holen.

Über 400 Einsätze in Bonn

Allein in Bonn hatte Unwetter zahlreiche Bäume umstürzen lassen und Wasserschäden an Gebäuden verursacht. Biss 22.45 Uhr wurden am Mittwochabend über 400 unwetterbedingte Einsätze gemeldet, wie die Feuerwehr mitteilte. „Wir haben jede Menge überflutete Keller, wir haben jede Menge umgestürzte Bäume. Im Moment ist Land unter“, sagte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur.

Feuerwehr und Polizei waren ersten Angaben zufolge an vielen Stellen im Einsatz. Kurz nach 18 Uhr sei ein Unwetter mit Starkregen, Sturm und Gewitter über die Stadt gezogen. Auch eine Ampel sei umgestürzt, Stromkabel hingen herab. Eine Frau sei aufgrund der sturzbachartigen Wassermassen in ihrem Auto eingeschlossen gewesen. Wegen der großen Schutt- und Geröllmengen, die das Wasser mit sich trug, musste sich die Feuerwehr den Weg zu der Frau bahnen, um sie zu befreien, wie es hieß.

Die Bonner Feuerwehr twitterte kurz nach 19.30 Uhr, dass es noch rund 120 offene Einsatzstellen im gesamten Stadtgebiet gebe. Bis 20.45 Uhr seien 283 Einsatzstellen gemeldet worden, hieß es am späteren Abend.

Baum gerät auf Gleis

Wegen Unwetterschäden musste das Freibad Melbbad im Ortsteil Poppelsdorf vorerst schließen, teilte das Presseamt der Stadt am Abend mit. Die Stadt wolle am Donnerstag darüber informieren, wann es wieder öffne. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde durch das Unwetter im Rheinland der Regionalverkehr gestört.

Weil ein Baum im Gleis lag, musste die Strecke Bonn-Beuel und Niederdollendorf gesperrt werden. Davon betroffen waren die Linien RE8 und RB27, wie die DB auf Twitter am Mittwochabend mitteilte. Auch auf anderen Bahnstrecken sorgten demnach umgestürzte Bäume in NRW für Störungen im Regionalverkehr.

Nach unwetterbedingten Verspätungen und Zugausfällen hat sich der Bahnverkehr im Raum Bonn am Donnerstagmorgen wieder weitestgehend normalisiert. Seit den frühen Morgenstunden laufe alles regulär, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Trotzdem könne es vereinzelt noch zu Beeinträchtigungen kommen. Das betreffe etwa den RE9 zwischen Siegen und Köln-Deutz sowie die RB39 zwischen Ahrbrück und Remagen in Rheinland-Pfalz, teilte die Bahn auf Twitter mit.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet auch am Donnerstagvormittag wieder mit Schauern oder Gewittern in Teilen von NRW. Im Laufe des Tages sei es teils heiter. Am Nachmittag und Abend gibt es laut DWD im Süden lediglich vereinzelte Schauer, im Münsterland und Ostwestfalen dagegen teils kräftige Unwetter mit Starkregen und Hagel. Die Temperaturen reichen von 31 bis 34 Grad.

dpa

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