Laumann: Besuch in Pflegeheimen schon „in Kürze“ wieder möglich

Coronavirus

Schon bald sollen die 170.000 Bewohner in nordrhein-westfälischen Pflegeheimen wieder Besuch bekommen dürfen. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Laumann an.

NRW

08.04.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
 Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen.

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. © dpa

Bewohner der nordrhein-westfälischen Pflegeheime sollen trotz der Corona-Krise bald wieder Besuch empfangen dürfen.

Er habe bei mehreren Wissenschaftlern Praxisvorschläge in Auftrag gegeben, wie das Leben in den Heimen trotz Virus aufrechterhalten werden könne, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. „Die Vorschläge werden schon in Kürze vorliegen und dann auch schnell umgesetzt. Wie auch immer geartete Besuche müssen wieder möglich sein.“

Die Freiheitsrechte der älteren Generation könnten nicht über einen längeren Zeitraum ausgehebelt werden, betonte der 62-Jährige. „Sie können es den 170.000 Menschen in unseren Pflegeheimen nicht zumuten, dass für sie über ein halbes oder ganzes Jahr hinweg ein Besuchsverbot gilt, dass sie weder Ehepartner, Kinder noch Enkel sehen können.“

Auch nach der Corona-Krise werde die Zentralisierung der Krankenhauslandschaft fortgesetzt, erklärte der Minister. Zur Steigerung der Behandlungsqualität müssten Kliniken mit Behandlungsschwerpunkten geschaffen werden. „Aber eine Krisenerkenntnis gibt es: In der Fläche werden wir weiter sehr starke Intensivstationen vorhalten müssen. Daran darf nicht gespart werden.“

Pandemie-Gesetz: Keine „Zwangsarbeit“ für Mediziner

Laumann verteidigte erneut das geplante Pandemie-Gesetz für NRW. Es gehe nicht um „Zwangsarbeit“ für Mediziner, betonte er. Es müssten aber Möglichkeiten geschaffen werden, um Ärzte, „die psychisch und physisch am Ende sind“ entlasten zu können.

Für diese Reserve denke er etwa an Mediziner, die in Krankenkassen, bei Lebens- oder Rentenversicherungen beschäftigt seien. „Wenn ich die Wahl zwischen keinem Arzt und einem Arzt mit wenig praktischer Erfahrung habe, entscheide ich mich für Variante zwei.“ Die Sorge, dass auch Hausärzte zwangsverpflichtet werden sollten, sei „Blödsinn“.

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