„Lebensretter“ vom Pröbstingsee haben die Badegäste immer im Blick

hzDLRG Borken

Wenn die gelb-rote Flagge am Pröbstingsee weht, dann sind Mitglieder der DLRG Borken im Einsatz. Doch wie arbeiten sie? Welche Aufgaben müssen sie übernehmen? Ein Besuch vor Ort klärt auf.

von Edgar Rabe

Hoxfeld

, 29.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Samstag, 14.30 Uhr am Pröbsting-Badesee in Hoxfeld. Knapp 100 Badegäste tummeln sich auf der Liegewiese, am Strand und im Wasser. Es ist eher ruhig – kein Vergleich zum Wochenende zuvor, als geschätzt 500 Menschen Erfrischung im Wasser suchten. Für Maria Soppe aus Marbeck und Thomas Kipp aus Gemen heißt es aber auch bei geringerer Besucherzahl: Immer wachsam sein und die Badegäste im Auge behalten.

Die beiden DLRG’ler haben Wachdienst. Thomas Kipp ist heute der Wachführer – quasi der Chef im Ring. Über ihm wehen die DLRG-Flagge und eine gelb-rote Flagge, was bedeutet, dass die Wasserrettung im Dienst ist. Die Schicht selbst hat erst vor gut 30 Minuten begonnen, bislang sind sie – gottlob – noch „arbeitslos“.

DLRG hat oft „kleinere“ Einsätze

Und das soll auch so bleiben, denn haben die Wasserretter nichts zu tun, gibt’s auch keine Probleme bei den Badegästen am See. „Oft sind es eher kleinere Einsätze“, betont Kipp, „wir müssen schon mal Insektenstiche oder Zeckenbisse behandeln“ oder „ein Kind ist in eine Glasscherbe oder in einen Stachel getreten...“, ergänzt Maria Soppe.


„Dass wir einen Menschen hier aus höchster Not retten mussten, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagt Nils Timmerkamp, Leiter Einsatz bei der Borkener DLRG. Er, der wie alle ehrenamtlich dafür sorgt, dass im Falle eines Falles die Wasserretter schnell Hilfe leisten können, ist auch – wie seine Kollegin Maria Soppe – im Landesverband Westfalen aktiv. Dort ist er stellvertretender Leiter Fachdienst. Soppe leitet die Jugendabteilung.

Badesee ist optimal für Wasserratten

Und sollte dennoch einmal Schlimmeres passieren am Badesee, sind die DLRG’ler bestens ausgerüstet. Thomas Kipp zeigt das Rettungspaket mit allem, was die geschulten Ersthelfer (Sanitäter-A-Ausbildung) für die schnelle Hilfe benötigen. Inklusive Defibrillator.

Wenn Thomas Kipp – wie seine Kollegen – Dienst am Pröbstingsee hat, hat er ein komplett ausgestattetes Rettungspaket inklusive Defibrillator immer parat

Wenn Thomas Kipp – wie seine Kollegen – Dienst am Pröbstingsee hat, hat er ein komplett ausgestattetes Rettungspaket inklusive Defibrillator immer parat. Hinzu kommen Rettungsbrett, Rettungsreifen, Seile, Megafon und weitere Hilfsmittel, um sie – wenn nötig – einzusetzen. © Edgar Rabe


Maria Soppe schaut noch mal durchs Fernglas aufs Wasser – jenseits der Absperrkette, die den Nichtschwimmer vom Schwimmerbereich trennt. Alles ruhig, keine Auffälligkeiten, niemand ist in Gefahr. „Der Badesee hier ist eigentlich optimal, der Strand fällt ganz sanft in den See ab und die Wassertiefe ist mit etwa zwei Metern nicht sehr groß“, unterstreicht Timmerkamp die Vorteile dieser Badestelle gegenüber vielen Baggerseen.

Baggerseen bergen viele Gefahren

„Da gibt es oft gefährliche Stellen, etwa Abbruchkanten, manchmal extrem wechselnde Temperaturbereiche, und man weiß auch nicht, was sich dort unterhalb der Wasseroberfläche alles befindet. Deshalb ist dort das Schwimmen auch häufig verboten.“ Das ist am Pröbsting-Badesee erlaubt – und auch beliebt. Wie an diesem Samstag, wenn auch die eher schlechte Wetterprognose viele Wasserratten davon abgehalten haben mag, zum See zu kommen.

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Und wie sieht der Dienst für die Wasserretter in Zeiten von Corona aus? „Eigentlich nicht viel anders“, betont Maria Soppe. Allerdings haben die DLRG’ler ihre kleine Terrasse vor dem Wach-Container mit Flatterband abgespannt. Abstandsregel!

Ehrenamtler werden immer gesucht

Wie diese im Wasser und an Land von den Badegästen eingehalten wird, wird von den Einsatzkräften in ihrer klassischen roten Kluft mit gelber DLRG-Aufschrift zwar beobachtet, und wenn eklatantes Fehlverhalten zu sehen ist, machen die Wasserretter die Menschen sicherlich auch darauf aufmerksam. Weisungsberechtigt – wie etwa Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder die Polizei – sind sie aber nicht.

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Auch Hendrik Enck, Vorsitzender der Borkener DLRG-Ortsgruppe schaut an diesem Nachmittag bei seinen Kollegen vom Wachdienst vorbei. Als Vorsitzender liegt ihm am Herzen zu betonen, dass alle Kollegen den Wachdienst ehrenamtlich, ohne Bezahlung, in ihrer Freizeit ausüben. Um den Dienst langfristig aufrechterhalten zu können, „sind wir ständig auf der Suche nach Helfern und Unterstützern, besonders jetzt in der Corona-Zeit. Wer Interesse hat, die DLRG im Bereich der Wasserrettung oder auch anderswo zu unterstützen, kann sich gerne an die Borkener Gruppe wenden“.

Alle Infos gibt es unter: www.borken.dlrg.de

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