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Posten auf dem Abstellgleis

Legden Auch wenn jeden Tag noch 32 Züge an dem kleinen roten Backsteinbau vorbei rollen - für ihn selbst ist der Zug der Zeit längst abgefahren, schon seit Jahren. Inzwischen will die Deutsche Bahn das Schrankenwärterhäuschen am Bahnkilometer 75 im Beikelort verkaufen.

12.02.2008

Die Fensterscheibe ist zersprungen, die Tür hängt schief in den Angeln und der kleine Weg dorthin ist von Unkraut überwuchert: Dass es schon seit einer ganzen Zeit keinen Schrankenposten mehr beheimatet hat, kann das rund 100 Jahre alte Gebäude nicht verhehlen.

Ob tatsächlich noch einmal neues Leben dort einkehren wird? "Fest steht, dass wir das Gebäude mit dem Grundstück verkaufen möchten", berichtet Jürgen Kugelmann, Sprecher der Deutschen Bahn in Essen. Und tatsächlich: "Es gibt bereits Anfragen." Über Details könne er sich aber nicht äußern - auch nicht darüber, welche Nutzung überhaupt vorstellbar sei. Immerhin: Auch wenn es nur ein paar Schritte bis zum Gleis seien, spreche grundsätzlich nichts gegen eine Nutzung: "Das wird von Fall zu Fall und nicht pauschal entschieden."

Das Häuschen im Beikelort ist keine Ausnahme: Sechs Schrankenposten hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren auf der Strecke Dortmund-Enschede abgebaut. In den meisten Fällen sind mit dem eingesparten Personal auch die steinernen Erinnerungen an die Zeiten, als Schranken noch per Muskelkraft auf- und wieder herabgelassen wurden, verschwunden - oft, um modernen Bahnübergangssicherungsanlagen Platz zu machen, die direkt durch den Zug aus oder vom aus Stellwerk gesteuert werden.

DB-Sprecher Thorsten Rehring betont, dass die Bahn nicht allein aus Kostengründen kontinuierlich bemannte Schrankenposten auflöse. "Niveaugleiche Bahnübergänge sind immer auch Unfallschwerpunkte, daher versuchen wir zunehmend Über- oder Unterführungen zu schaffen." Nicht so in Legden: Dort versieht jetzt eine automatische Schranke ihren Dienst. sy-

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