Lehrermangel verschärft sich: In manchen Fächern künftig nur ein Drittel besetzte Stellen

Schule

Der Mangel an Lehrkräften wird laut einer Studie zunehmen. Bis 2030 könne in bestimmten Fächern nur ein Drittel der Stellen von Fachkräften besetzt werden.

Düsseldorf

19.02.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf einer Tafel steht der Schriftzug „1./2. Stunde fällt aus!!!".

Auf einer Tafel steht der Schriftzug „1./2. Stunde fällt aus!!!". © picture alliance/dpa

Der Mangel an Lehrkräften in Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wird sich einer Prognose zufolge in NRW weiter verschärfen. Nur ein Drittel (34 Prozent) der neu zu besetzenden Stellen werde im Durchschnitt aller MINT-Fächer bis zum Jahr 2030 mit entsprechend ausgebildeten Fachlehrern zu besetzen sein.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Telekom Stiftung, das er am Freitag in Düsseldorf gemeinsam mit der SPD-Fraktion vorstellte. Die Prognose für die weiterführenden Schulen in NRW sei auch übertragbar auf andere Bundesländer, heißt es in der Analyse.

Schon aktuell fehlten in Deutschland Lehrkräfte in den wichtigen MINT-Fächern. Im Schuljahr 2018/19 seien an den weiterführenden Schulen in NRW schon 14 Prozent des Unterrichts in diesen Fächern fachfremd erteilt worden. Bis zum Schuljahr 2030/31 scheiden laut Prognose viele Fachlehrer altersbedingt aus, zugleich werde die Schülerzahl wachsen.

Lehrergewerkschaft kritisiert Bezahlung und Arbeitsbedingungen

Klemm zufolge ist es zwingend erforderlich, die derzeit viel zu geringe Zahl der MINT-Lehramtsstudenten zu erhöhen. Der Schulexperte der SPD-Fraktion, Jochen Ott, forderte, die MINT-Lehramtsfächer attraktiver zu gestalten. Grundschullehrern solle es durch Zusatzqualifikationen ermöglicht werden, in den Klassen 5 und 6 zu unterrichten. Auch die Fachhochschulen könnten stärker einbezogen werden.

Die Lehrergewerkschaft GEW verlangte Konzepte, um die Zahl der Studienabbrecher zu senken und weitere Studenten zu gewinnen. Die Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Lehrer müssten besser werden.

dpa