Lockdown wird wohl bis zum 31. Januar verlängert werden

Coronavirus

Der seit Mitte Dezember geltende Lockdown für Deutschland soll über den 10. Januar hinaus verlängert werden. Bund und Länder sind sich offenbar einig, es gibt auch einen neuen Termin.

04.01.2021, 12:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Lockdown soll bundesweit verlängert werden.

Der Lockdown soll bundesweit verlängert werden. © picture alliance/dpa

Eigentlich sollte der Corona-Lockdown für Deutschland am 10. Januar enden. Schon vor Jahreswechsel deutete sich an, dass die aktuellen Maßnahmen verlängert werden könnten. Noch liegt dazu nach Informationen des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) kein Beschluss zwischen Bund und Ländern vor. Die Mehrheit der Ministerpräsidenten hat sich allerdings für eine solche Verlängerung ausgesprochen. Andere wollen dabei nicht im Wege stehen.

Die Länder mit niedrigen Infektionszahlen halten sich allerdings offen, in zwei Wochen noch einmal über den dann aktuellen Stand zu sprechen und die Maßnahmen neu zu diskutieren. Auch im Bundesfinanzministerium geht man nach RND-Informationen von einer Verlängerung bis zum 31. Januar aus.

Die „Bild“-Zeitung berichtet bereits von einer Einigung zwischen Bund und Ländern vor dem Gipfel am Dienstag. Dann treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten zum ersten Mal im neuen Jahr aufeinander, um die aktuelle Lage der Pandemie zu besprechen. Nach Informationen des RND sind aktuell allerdings nur die Länder im Austausch. Erst am Montagnachmittag soll der Bund hinzugezogen werden.

Bildungsexperte: Lockdown verstärkt Bildungsungerechtigkeiten

Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, warnt vor eine wachsende Bildungsungerechtigkeit durch den Corona-Lockdown.

Das vergangene Jahr sei vor allem für Kinder aus sozial benachteiligten Familien ein verlorenes Jahr gewesen, sagte Schleicher am Montag im WDR-Morgenecho: „Es ist viel an Lernmöglichkeiten verloren gegangen, viele Schüler erreichen so nicht die Lernziele.“ Homeschooling sei derzeit noch kein Ersatz für Präsenzunterricht. „Die Digitalisierung ist in Deutschland erst in den Anfängen, also noch lange nicht in einem Status, in dem man es als Ersatz nutzen kann“, sagte Schleicher.

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Weniger Lernen bedeute auch schlechtere Chancen am Arbeitsmarkt, warnte der Bildungsexperte. „Die Chancenungerechtigkeiten, die es ohnehin im deutschen Bildungssystem gibt, werden durch diese Krise noch einmal deutlich verstärkt“, beklagte Schleicher, der auch internationaler Koordinator der sogenannten PISA-Studien ist. Für Schüler, die selbstständig lernen könnten und mit Digitaltechnik umgehen könnten, sei es nicht so tragisch. Aber Schüler, die das nicht gelernt hätten und die diese Möglichkeiten nicht hätten, stünden vor großen Schwierigkeiten. Für Kinder in den ersten Lebensjahren bleibe Präsenzunterricht entscheidend.

Für ältere Schüler könne Hybrid-Unterricht eine Möglichkeit werden, sagte Schleicher weiter. Hier sei Deutschland aber auf dem Gebiet der Digitalisierung noch nicht ausreichend vorbereitet.

RND

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