NRW fehlen in den nächsten Jahren hunderte Lokführer - Frauen sollen die Bahnen retten

Verkehr in NRW

NRW fehlen schon in den nächsten beiden Jahren 500 Lokführer. Um dem Lokführermangel zu begegnen, machen die Bahn-Unternehmen in NRW jetzt maßgeschneiderte Angebote für Frauen.

NRW

28.11.2019, 09:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW fehlen in den nächsten Jahren hunderte Lokführer - Frauen sollen die Bahnen retten

Lokführer ist der Traumberuf vieler Kinder - aber schon da sind es meistens die Jungen, die davon träumen. Jetzt sollen Frauen das Personalproblem der Unternehmen lösen. © Foto: Katja Stumpp/Deutsche Bahn/dpa

In NRW werden nach Angaben der Brancheninitiative „Fokus Bahn NRW“ bereits in den kommenden zwei Jahren rund 500 Lokführer fehlen. Alle Eisenbahnunternehmen suchen bereits jetzt händeringend Personal. Viele Lokführer, die in den Ruhestand gehen, immer mehr Züge auf der Schiene und Betreiberwechsel verschärfen das Problem.

Nur vier Prozent der Lokführer sind weiblich

Angsichts des Personalmangels wollen die Eisenbahnunternehmen mehr Frauen als Lokführerinnen gewinnen. Von den etwa 3000 Lokführern im Land seien nur etwa vier Prozent weiblich, das solle sich ändern, sagte eine Sprecherin von „Fokus Bahn NRW“, eine Initiative der Unternehmen, die unter Federführung des Verkehrsministeriums NRW arbeitet.

„Wir wollen in einem ersten Schritt herausfinden, woran es eigentlich hapert und so wenige in den Beruf wollen“, so die Sprecherin von „Fokus Bahn NRW“ weiter. Gerade Frauen, die sich nach der Babypause oder Erziehungszeit neu orientieren wollen, sieht die Initiative als Zielgruppe.

Pilotkurs mit Kinderbetreuung, E-Learning und Mentorinnen

In einer Internetumfrage werde derzeit ermittelt, was aus Sicht potentieller Bewerber den Beruf für Frauen attraktiver machen könnte. „Ist es das Image als angebliche Männerdomäne? Oder fehlt es an familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen? Auf Grundlage der Antworten können die Unternehmen dann gegensteuern“.

Im Sommer soll dann ein Pilotkurs nur für Quereinsteigerinnen starten, der speziell auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sein soll. Denkbar sei es etwa, bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, Mentorinnenprogramme anzubieten oder E-Learning-Angebote für das Lernen von zuhause aus miteinzubeziehen.

dpa/kar

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