Dieser Bocholter hilft beim Millionäre-Machen

hzWestdeutsche Lotto

Die staatliche Lottogesellschaft Westdeutsche Lotto, bekannter als West-Lotto, macht durch ihre Gewinnausschüttungen regelmäßig Millionäre. Verantwortlich dafür ist auch ein gebürtiger Bocholter: Dr. Frank Wallow. Der 61-Jährige ist als IT-Leiter zuständig dafür, dass die Erfassung von Millionen Tippscheinen reibungslos abläuft.

von Stefan Prinz

Bocholt

, 13.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Weichen für seinen außergewöhnlichen Beruf sind bereits während seiner Schulzeit am Bocholter St.-Georg-Gymnasium gestellt worden. „Mein Lehrer hat mir damals geraten, mach´ nichts mit Mathe und Physik“, erinnert sich Wallow mit einem Schmunzeln zurück. Besonders ernst genommen hat Frank Wallow diesen Rat aber offensichtlich nicht.

Denn ein paar Jahre später zog es ihn zum Physik-Studium samt Promotion nach Münster. Diese Stadt ist mit Unterbrechungen seit seinem Studium sein Wohnort geblieben. Dennoch ist er mit Bocholt weiterhin verbunden. „Mein Herz schlägt für Bocholt und für das Münsterland“, sagt er. Denn ein Teil seiner Familie und seiner Freude leben weiterhin in der Fahrradstadt.

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Seit mehr als 20 Jahren ist Frank Wallow bei West-Lotto der Mann hinter den Lottoscheinen. Acht Millionen Scheine laufen jede Woche in mehr als 3200 Annahmestellen in ganz NRW durch die Erfassungsgeräte. Gibt es dabei Probleme, muss Frank Wallow sie lösen. „Das ist zum Glück selten der Fall.“ Lediglich ein bis zwei echte Zweifelsfälle gebe es im Jahr. Der Grund für diese niedrige Quote: Hinter der Erfassung von Tippscheinen steht ein hochkompliziertes System, das die einzelnen Vorgänge mehrfach absichert.

Lottogewinne führen manchmal zu ziemlich unbedachten Reaktionen

Dennoch kommen Fehler vor. So, wie zum Beispiel bei dem Lottogewinner, der an am Abend der Ausziehung voller Begeisterung feststellte, dass er sechs Richtige hatte. „Wenn Kunden gewonnen haben, ist die Freude immer groß“, weiß Wallow. Das führt manchmal zu ziemlich unbedachten Reaktionen. Denn dieser Lottogewinner wollte im Moment der Euphorie seinen Lottoschein besonders schön machen. Er holte das Bügeleisenn raus und glättete das Exemplar.

Dabei hatte er allerdings eines nicht bedacht: Der Tippschein ist auf Thermopapier gedruckt. Und die Hitze des Bügeleisens führte dazu, dass sich der gesamte Schein schwarz verfärbte. Großes Glück im Unglück: Der Schein konnte aber zur Gewinnauszahlung freigegeben werden, da einige vereinzelte Daten noch erkennbar waren.

Frank Wallows allererster Kontakt zur Lotterie liegt bereits ein halbes Jahrhundert zurück und seht in Verbindung mit seinem Großvater in Rhede. „Wir waren in den Ferien oft da. Und die Lottoziehung am Samstagabend war immer ein besonderes Ritual.“ Der Großvater verfolgte ganz konzentriert die Ziehung der Zahlen. „Dabei durften wir ihn keinesfalls stören.“

Was damals für Frank Wallow begann, hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. „Meine Freunde wissen natürlich, dass ich bei Westlotto arbeite.“ Es gibt also keine Feierlichkeit und keine Party, auf der er nicht auf seinen Lotto-Beruf angesprochen werde. Der häufigste Spruch: „Verrate mir mal die Lottozahlen von nächster Woche.“

„Spielen Sie keine Geburtsdaten. Das machen zu viele andere“

Lotto sei Glückssache, versichert Wallow. Dennoch gibt es ein paar Tipps, wie man zumindest die Chance auf einen hören Gewinn vergrößern können: „Spielen Sie keine Geburtsdaten. Das machen zu viele andere.“ Wer dann sechs Richtige hat, muss den Gewinn mit entsprechend vielen anderen Spielern teilen.

Erfolgsversprechender sei es da, Zahlen über 31 zu spielen, sagt der Lotto-Profi. Die kommen in Geburtsdaten seltener vor. Entsprechend größer sei die Chance, bei sechs Richtigen den ganz großen Gewinn in Empfang zu nehmen. Frank Wallow läuft übrigens nicht jede Woche zur Lotto-Annahmestelle: „Ich habe ein Lotto-Abo.“

Westdeutsche Lotterie hat Hauptsitz in Münster

Die Westdeutsche Lotterie hat ihren Hauptsitz in Münster und ist die Lottogesellschaft des Landes NRW und beschäftigt rund 350 Mitarbeiter. Als Tochterunternehmen der NRW-Bank und der Nordwestlotto führt sie im staatlichen Auftrag Glücksspiele durch. Für das Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,69 Milliarden Euro.

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