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BI schickt lange Frageliste an den Bürgermeister

Themen: Affinerie, Kraftwerk, Umwelt

23.05.2007

Lünen «Verbrennt oder recycelt die Norddeutsche Affinerie gelegentlich auch Elektronikschrott?» Dies könnte nach Ansicht der Bürgerinitiative «Kontra Kohlekraftwerk» erhöhte Dioxin- und Furan-Werte erklären. Diese und viele andere Fragen stellt die BI in einem offenen Brief an Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick. Die BI kritisiert, dass bei der großen Informationsveranstaltung im Hansesaal zum geplanten Trianel-Kraftwerk (wir berichteten) viele interessante Fragen nicht oder nur unzureichend beantwortet worden seien. Im Umfeld der Norddeutschen Affinerie Hüttenwerke Kayser seien Schwermetallbelastungen, vor allem hohe Bleiwerte gemessen worden. Auch Dioxine und Furane seien in den Emissionen der Lüner Industrie höher als in den Nachbarstädten. Warum, so fragt die BI u.a. weiter, erfahre die Öffentlichkeit erst im März 2007 von den erhöhten Bleiwerten, obwohl schon 1996 die extrem hohen Bleiemissionen hätten bekannt sein müssen? Warum wurde das Sanierungsprogramm zwischen dem Unternehmen und der Bezirksregierung in Arnsberg erst so viele Jahre nach 1996 verabredet? Zur Abgasführung über den Kühlturm statt über einen Schornstein im geplanten Trianel-Kraftwerk und den befürchteten Emissionen von Säuregemisch erklärt die BI: «Eine Abgastechnik, die Schadstoffe in feinste Tröpfchen vernebelt, ist aus unserer Sicht völlig absurd.» Die Verneblertechnik werde in der Medizin eingesetzt, um Medikamente besonders tief in die Lunge zu transportieren. Die BI fordert Bürgermeister Stodollick auf, zu diesem Thema klar Position zu beziehen und diese Position auch zu begründen. In einem dritten Komplex fragt die BI danach, welche und wie viel Schwermetalle das Trianel-Kraftwerk emittiere. Sie führt an, dass Kohle Spurenelemente enthalte. «Diese Spurenelemente sind fast ausschließlich Schwermetalle», schreibt die BI-Vorsitzender Thomas Matthée (Foto) in dem zehnseitigen Brief. Weitere spezifische Fragen betreffen z.B. die Art der Filter (Gewebe- oder Elektrofilter?) und den Wirkungsgradverlust durch den Kohletransport und durch die CO 2-Abscheidung. Die BI fragt, wann die Stadt mit den ersten angekündigten Gewerbesteuern von Trianel rechne und weist auf die Diskussion um die Abschaffung der Gewerbesteuer hin. Antworten auf die Fragen, die auch an die Ratsfraktionen geschickt und verscheidenen Ministerien und Aufsichtsbehörden zur Kenntnis gegeben wurden, erhofft sich die BI bis Freitag (8.6.). hi-

BI schickt lange Frageliste an den Bürgermeister

<p>Illustration des geplanten Kraftwerks im Stummhafen.</p>

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