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Dönerproduktion über Nacht verlagert

LÜNEN Die Düzgün Döner Gmbh scheint sich über Nacht aus Lünen verabschiedet zu haben. Als sich die Betriebsräte und Torsten Gebehart von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Freitag um 10 Uhr mit einer richterlichen Verfügung Zutritt zum Betrieb verschaffen wollten, prangte an der Eingangstür ein Schild "Dieser Betrieb ist geschlossen".

von Von Dieter Hirsch

, 29.02.2008
Dönerproduktion über Nacht verlagert

Dass der Betrieb nicht nur geschlossen ist, sondern über Nacht auch die Produktionseinrichtungen beseitigt wurden. wird bei dem späteren Rundgang festgestellt.

Als die Gruppe klingelte wurden die Rollos im Verwaltungstrakt heruntergelassen. Torsten Gebehart informierte daraufhin die Polizei, um mit ihrer Hilfe die Verfügung durchzusetzen. In dieser Verfügung wurden fünf Personen, darunter der Betriebsratsvorsitzende Mehmet Ali Turan und der NGG-Vertreter, der Zutritt richterlich zugesichert. Bei Zuwiderhandlung drohe dem Unternehmen eine Strafe von 250 000 Euro.

Anwalt fuhr vor

Wenige Minuten später fuhr ein Anwalt/ein Berater des Unternehmens vor und wurde eingelassen. Nach weiteren fünf Minuten durften die Betriebsräte und Torsten Gebehart in das Gebäude, um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen. "Offensichtlich wurden über Nacht die meisten Produktionsmittel weggeschafft. Das spricht dafür, dass die Produktion verlagert wurde", so Gebehart. Gestern sei hier wohl noch gearbeitet worden, ist sich der Gewerkschafter sicher.

Januarlohn für Mitarbeiter steht noch aus

Noch immer hätten einige Mitarbeiter ihren Januarlohn nicht erhalten. Der Betriebsratsvorsitzende warte seit Dezember auf sein Geld. Wie viele von den ehemals 80 Mitarbeitern jetzt ohne Arbeit da stehen, ist noch unklar. Gekündigt worden sei zwar allen, ein Teil sei aber wohl weiter beschäftigt. Betriebsratsmitglieder sind nicht darunter.

Strafanzeige läuft bereits

Wie die Entlassenen jetzt an ihr Geld kommen und welche weiteren rechtlichen Schritte die Gewerkschaft unternimmt, will Torsten Gebehart jetzt mit der Rechtsabteilung der Gewerkschaft ausloten. Eine Strafanzeige wegen Behinderung und Unterdrückung von Betriebsratsarbeit laufe bereits. Am 11. Februar wurde dem Betriebsrat der Zutritt zum Betrieb verweigert. "Das ist ein Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz. Dem Unternehmen drohen weitere Verfahren unter anderem wegen Verstoßen gegen Hygienvorschriften.

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