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Gute Seele half nicht nur mit Brötchen

LÜNEN Selbst der Chef wollte es gestern nicht glauben: Es war Rosemarie Nobels letzter Arbeitstag. Nach 23 Jahren sagt die gute Seele in der Filiale Laakstraße der Bäckerei Kanne Adieu - und viele ihrer Stammkunden sind traurig darüber.

von Von Beate Rottgardt

, 21.02.2008
Gute Seele half nicht nur mit Brötchen

Blumen, einen Restaurant-Gutschein und BVB-Vip-Karten gab es zum Abschied für Rosemarie Nobel (M.) von Wilhelm und Renate Kanne.

"Ich war hier nicht nur wegen der Arbeit, ich kenne hier mehrere Generationen, weiß, was die Leute erlebt haben und konnte auch manchen Menschen helfen", erzählt die 63-Jährige. Fast nur Stammkunden kommen in die Filiale der Bäckerei und lassen sich seit vielen Jahren von Rosemarie Nobel nicht nur Brot, Brötchen oder Kuchen einpacken. "Ich kann auch unangenehme Dinge sagen, bin sehr spontan", hat die Bäckereifachverkäuferin das Herz am rechten Fleck.

Wer einst als Schüler am Gymnasium oder der Realschule Altlünen seine Pausen bei Rosemarie Nobel verbrachte, kommt heute mit den eigenen Kindern zu ihr. Aber auch die ältere Generation schätzt ihre freundliche Art sehr. So brachte sie lange einer blinden Dame nach Ladenschluss die Ware nach Hause oder nähte einem älteren Herrn aus der Nachbarschaft die Knöpfe an und stutzte ihm auch den Bart.

Schüler werden sie vermissen

Die Kinder der Realschule und der Kardinal-von-Galen-Schule werden Rosemarie Nobel ebenso vermissen wie die anderen Stammkunden der Vesperstube im Laden. Und weil sie an den Frauengruppen, die einmal in der Woche morgens kommen, sehr hängt, wird sie auch weiter als Aushilfe mittwochs im Laden sein. Das freut auch Renate und Wilhelm Kanne, die sie gestern mit ein paar Überraschungen in die Rente verabschiedeten.

Lehre mit 14 begonnen

Mit 14 Jahren begann Rosi Nobel ihre Lehre beim Bäcker Antonius Behrens an der Münsterstraße - weil ihr Vater es so wollte. Später war sie in verschiedenen Bäckereien tätig, bevor sie dann zu Kanne kam, erst als Aushilfe, seit 23 Jahren dann fest an der Laakstraße. Mehr als 30 junge Frauen bildete sie aus, darunter sogar eine Landesbeste.

Langeweile kennt die Mutter von zwei Söhnen (36 und 39) auch als Rentnerin nicht. "Erst wollen mein Mann und ich tapezieren." Sportlich will sie sich auch betätigen und vielleicht ehrenamtlich Gutes tun.

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