Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gymnasium: Generation Golf

LÜNEN Einmal in der Woche ist der Golfplatz in Werne-Schmintrup fest in Schülerhand. Die Golf-AG des Gymnasiums Altlünen lernt auf dem – im Winter recht matschigen – Grün Etikette, Regeln und natürlich das Spiel. Schüler auf dem Golfplatz, das ist ein bisschen wie Berlin 1989 – kurz vor dem Mauerfall.

von Von Dominik Möller

, 18.02.2008
Gymnasium: Generation Golf

Bevor der erste Ball mit dem Schläger geschlagen wird, stehen Trockenübungen auf dem Plan der Golf AG-Schüler. Der Ballwurf – unser Foto – soll den Bewegungsablauf simulieren.

„Das Angebot ist auf jeden Fall als Grenzöffnung zu verstehen“, bestätigt auch Thorsten Romeikat, der Mann, der den Pennälern das Golfen näher bringt. Es gehe darum, die verkrusteten Strukturen des Golf aufzubrechen, dem elitären Zwang den Kampf anzusagen, so Romeikat weiter. Golf sei mehr als karierte Hosen, Kniestrümpfe, Polohemden und Burberry-Pollunder.

Trockenübungen

Und die Fünft- und Sechsklässler verstehen. Sie stimmen zu. „Ich find Golf echt gut“, sagt die elfjährige Lena Steinbrecher und schiebt nach: „Auch wenn es erst die dritte Stunde ist.“ Gut, die Wurfübung – bevor der erste Abschlag auf dem Plan steht, lernen die Schüler den Bewegungsablauf als Trockenübung, ohne Schläger – wirkt noch ein wenig unrund. Macht aber nix. „Das kommt noch“, sagt Romeikat.

Handicap: 17

Allerdings sind nicht alle Gymnasiasten Anfänger. Maximilian Dissel geht bereits in seine dritte Saison. Sein Handicap: „17“, sagt der Zwölfjährige – nicht ohne Stolz in der Stimme. Auch Felix Osterfeld – genannt „MC Steif“ („Der war so steif als er angefangen hat, Golf zu spielen“, sagt Romeikat) – schwingt schon länger den Schläger. Seit rund einem Jahr ist er Stammgast auf der Schmintruper Anlage. „Er hat ohne Zweifel Talent“, bestätigt Coach Romeikat.

Talentsuche

Und genau diese Talente gilt es zu entdecken. „Das ist Sinn und Zweck der Golf AG“, sagt der 35-jährige Trainer im Hauptberuf. Gesponsort werden die Ausflüge der Schüler zum Grün vom Deutschen Golf Verband (DGV). „In der Hoffnung, dass vielleicht auf diesem Weg ein zweiter Bernhard Langer entdeckt werden kann“, erklärt Romeikat gelassen. Aber auch er hofft, das merkt man deutlich.

Ein Sack voll Flöhe

Vor allem die Entwicklung, die die Schüler seit der ersten Stunde durchlaufen haben, imponiert Romeikat. „Am Anfang war‘s, wie einen Sack Flöhe zu hüten, aber die Kinder haben schnell gemerkt, dass sie sich beim Golf konzentrieren müssen. Sie sind ruhiger geworden“, sagt der Golf-AG-Trainer. Ein Erfolg – und ein Zeichen dafür, dass die Schüler schon Freundschaft mit dem Sport geschlossen haben... 

Lesen Sie jetzt