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Kanu-Touren auf der Lippe stehen auf der Kippe

LÜNEN Ob es auch in der Saison 2008 organisierten Kanutourismus auf der Lippe geben wird, ist äußerst fraglich. Der Landschaftsbeirat des Kreises Unna gab dem Verein Lippetouristik gestern ein klares Signal. Danach soll der 2007 gestartete Probebetrieb nur dann um ein weiteres Jahr verlängert werden, wenn der Verein nicht nur die bisherigen Auflagen akzeptiert - sondern auch noch ein halbiertes Kontingent.

von Von Peter Fiedler

, 13.02.2008
Kanu-Touren auf der Lippe stehen auf der Kippe

So wie hier auf der Lippe soll es nach den Vorstellungen des Planungsamtes bald auch auf der Ruhr bei Schwerte aussehen.

Das würde bedeuten: Auf vier Streckenabschnitten jeweils nur noch eine statt zwei Touren im Monat mit nur noch zehn statt 15 Booten. Der Beirat stützte sich auf den Bericht eines Gutachters, der sechs Touren beobachtet und dabei Verstöße gegen Auflagen festgestellt hatte.

So seien die Abstände zum Ufer zum Teil ebenso nicht eingehalten worden wie die Abstände zwischen den Kanus. Schlussfolgerung des Gutachters: Da die Belastungsintensität bei der einzelnen Tour aufgrund der Auflagenverstöße gestiegen sei, müsse das Gesamtkontingent gekürzt werden. Was auch problemlos möglich sei, da 2007 auf der Lippe nicht einmal zehn Prozent des erlaubten Kontingents ausgeschöpft worden sei.

Andere Rechnung

Lippetouristik-Geschäftsführer Mathias Sandmann machte eine andere Rechnung auf. Um die Natur an der Lippe zu schonen, habe man gezielt Touren auf die Stever verlagert. Daher die zunächst noch geringe Zahl der Kanus auf der Lippe. "Das darf uns jetzt nicht zum Nachteil gereichen", appellierte er.

Zu den Auflagenverstößen erklärte Sandmann u.a., aufgrund des unterschiedlichen Könnens der Tour-Teilnehmer seien die Abstände zum Teil einfach nicht einzuhalten gewesen.

Ende kommerzieller Touren gefordert

"Die wesentlich relevanteren Störungen gehen von privaten, ungeführten Kanutengruppen aus", meinte Sandmann und berichtete von seinen Beobachtungen: Alkohol, Fahren gegen die Flussrichtung, Aussteigen aus den Kanus in geschützten Uferzonen. Daher könne er nicht verstehen, warum für die privaten Kanuten geringere Auflagen gelten als für seine geführten Profitouren - und forderte Gleichbehandlung.

"Es ist nicht so glatt gelaufen, wie sie es darstellen", hielt Beirats-Mitglied Edwin Illian dem Lippetouristik-Geschäftsführer vor. Beiratsmitglied Thomas Rehfeuter forderte aufgrund des Gutachtens ein Ende der kommerziellen Kanutouren - fand dafür aber keine Mehrheit.

Hoffen auf Kreistag

Mit einer Halbierung des Kontingents will sich Sandmann nicht abfinden. "Am beliebtesten sind die Touren in der Lüner Innenstadt. Wenn ich die nicht zweimal im Monat durchführen darf können wir aufhören", sagte er unserer Zeitung.

Sandmann hofft jetzt, dass der Kreistag die Bedenken des Beirates nicht teilt und er über diese politische Schiene grünes Licht bekommt.

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