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Kröten sind Familiensache

CAPPENBERG Es geht los. Die Amphibienwanderung hat eingesetzt. Die Schutzzäune stehen überall, jetzt kommt die Stunde der fleißigen Helfer. Wir begleiteten die Welle bei einer Tour.

von Von Günther Goldstein

, 27.02.2008

 In Cappenberg wurden die grünen Fangzäune und die dazugehörigen Eimer von der Waldschule und dem Sauerländischen Gebirgsverein angebracht. In der Woche übernehmen auch die freiwilligen Mitarbeiter die morgendliche Arbeit, die über Nacht gesammelten Tiere aus den Eimern zu befreien und auf den weiteren Weg in Richtung ihrer Laichgewässer zu befördern.

Aber es gibt auch Tage, an denen sie nicht können, und an den Wochenenden wollen sie auch einmal frei haben. Das ist die Stunde der Familien, die sich bei den Amphibien-Schutzprojekten schon seit langem engagieren. Eine von ihnen heißt Namen Welle, kommt aus Werne und ist schon seit gut vier Jahren dabei.

Patrouill am Zaun entlange

An diesem Wochenende waren Sabine und Berthold Welle zusammen mit ihren Kindern Philipp, (15) Felix (13), Florian (11) und Undine (8) an beiden Morgen rund um dem Schlossberg unterwegs. Zuerst schritten sie an der Hirschwiese die Zäune ab, dann wechselten sie zum Parkplatz unten am Wildpark, um rund um die Kreuzung Cappenberger Straße, Brauereiknapp und Dreischfeld nach dem Rechten zu sehen.

Mit Feuereifer sind die vier Kinder bei der Sache und laufen die grünen Zäune ab, um in den Eimern die Tiere zu bergen, die dort in der Nacht auf ihrer Wanderung hinein geplumpst sind. Bergmolche, Teichmolche, Erdkröten und Frösche bringen ihre Hände zum Vorschein, ganz selten auch mal einen Kammmolch oder gar einen Salamander. Ekel vor den verschiedenen Amphibien ist ihnen fremd. Dafür sind sie aber schon bei der Bestimmung der Arten und des Geschlechts recht bewandert, die eigentlich Sache von Vater Berthold ist und über die er genauestens Buch führt. Dabei ist man so gefesselt vom Umgang mit den kleinen Wandergesellen, dass Mutter Sabine immer ein wachsames Auge auf den Durchgangsverkehr haben muss, der sich trotz der leuchtenden Warnwesten nicht immer kooperativ verhält. Schließlich gilt der Einsatz auch der Familie Welle dem Ziel, die unterschiedlichen Amphibien auf ihrer Wanderung vor dem Tod unter Autoreifen zu bewahren.

Familie ist begeistert bei der Sache

An diesem Wochenende weist die Bilanz 130 Tiere am Samstag und 77 am Sonntag aus. Alle hat man dort wieder ausgesetzt, wo sie hin wollen unter Auslassung der Straße.

Eine bis zwei Stunden waren die sechs Welles pro Tag im Einsatz. Kennen gelernt hat Berthold Welle die Arbeit der Waldschule im Bereich Amphibienschutz während seiner Tätigkeit als Lehrer an einer Lüner Schule. Seine Familie konnte er schnell gewinnen mit dabei zu sein.  

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