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Melodien, Sprechgesang und Schlaginstrumente

WETHMAR Anspruchsvoll und abwechslungsreich - so erfuhren die Besucher der St. Gottfried-Kirche am Sonntag das Programm des Trios Tamigu. Organistin Tamara Buslova, Michael Nachbar (Violine) sowie Komponist und Pianist Günther Wiesemann kombinierten bekannte klassische Werke mit zeitgenössischen Kompositionen Wiesemanns.

von Von Martina Niehaus

, 25.02.2008

Das Choralvorspiel „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ von Johann Sebastian Bach wurde von Tamara Buslova und Michael Nachbar in einfühlsamem Zusammenspiel dargeboten. Mit weicher, geschmeidiger Bogenführung entlockte Nachbar seinem Instrument einen satten, warmen Klang, der die klagenden Melodien des Choralvorspiels mit Leben erfüllte.

Leidenschaftlich und versunkenes Spiel

Auch in der darauf folgenden Händel-Sonate Nr. 4 in D-Dur zeigte sich, dass Nachbar bei leidenschaftlichem und versunkenem Spiel gleichzeitig alle Sparten der Technik beherrscht. Die sichere Begleitung durch Tamara Buslova gab dabei dem Violinspiel Raum zur Entfaltung.

Im „Allegro“ der Händel-Sonate harmonisierten die beiden auch in den feinsten, rasantesten Läufen perfekt. Bevor die zeitgenössischen Stücke begannen, gab Günther Wiesemann eine kleine Einführung. Der Sprechtext thematisierte Selbstüberschätzung und Größenwahn des Menschen. Bereits in der Orgel-Komposition Wiesemanns „Stant homines contra miseriam“, die er selbst spielte, erkannte man den völligen musikalischen Umschwung. Dissonante Bruchstücke, untermalt von einem stetigen Bass, schufen eine beklemmende, fast schon bedrohliche Stimmung. Die Tonabfolgen steigerten sich in ihrer Intensität immer mehr und ließen den Zuhörern während des gesamten Stücks kaum Atempausen.Trio bildete künstlerische Einheit

Noch komplexer wurde es dann, als die Komposition „...als wäre es nur ein Hauch“ für Violine, Orgel, Schlaginstrumente und Sprecher aufgeführt wurde. Die Melodien, durch dissonante Akkorde, den Sprechgesang und die Schlaginstrumente verfremdet, verdichteten sich zu einer geradezu unirdisch wirkenden Atmosphäre.

Dabei bildete das Trio trotz komplizierter Tonabfolgen bei ständigen Tempi- und Rhythmenwechseln eine gelungene künstlerische Einheit. Langer Beifall belohnte die Leistungen des Tamigu-Trios, die ein ebenso ungewöhnliches wie gelungenes Kammerkonzert aufgeführt hatten.

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