Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schöne Tochter Stadtwerke

LÜNEN Die Stadtwerke sind zweifellos die schönste Tochter der Stadt: Über acht Millionen Euro zahlen sie jährlich ins Stadtsäckel ein.

von Von Peter Fiedler

, 28.02.2008
Schöne Tochter Stadtwerke

Berichtete im Rat: Dr. Achim Grunenberg.

Das geht aus einem Bericht hervor, den Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg am Donnerstagabend im Rat vorlegte: Rund 5 Millionen Konzessionsabgabe, rund 1 Mio. Gewerbesteuer und rund 2,5 Mio. Gewinnausschüttung im Schnitt der letzten Jahre addieren sich zu einer kräftigen Finanzspritze für die Stadt Lünen.

Aber ist die schöne Tochter auch ein sauberes Kind? Laut Grunenberg ja. Rund die Hälfte des jährlichen Lüner Strombedarfs von 350 Millionen Kilowattstunden (kWh) wollen die Stadtwerke künftig durch Kraftwerks- und Windparkbeteiligungen selbst erzeugen: Unter dem Strich stehe dann eine Kohlendioxid-Belastung von 475 Gramm pro Kilowattstunde.

Unabhängiger werden von den Großen

"Eine beeindruckende Zahl", findet Grunenberg, liege doch der Bundesdurchschnitt derzeit bei 530 Gramm und sogar bei 791 Gramm, wenn man die auslaufende Kernenergie herausrechne.

Ziel der Stadtwerke sei es, sich von den großen Energiekonzernen unabhängiger zu machen: Durch die bereits realisierte Beteiligung von 16 Megawatt (MW) am Trianel-Kraftwerk Gas- und Dampfkraftwerk Hamm, durch eine Beteiligung von 12 MW am Trianel-Steinkohlekraftwerk Lünen und eine von 5 MW am Windpark Borkum West II. Die drei Beteiligungen entsprächen einer Erzeugungskapazität von 186 Mio. Kilowattstunden Strom im Jahr.

Vergleich mit dem Evonik-Kraftwerk

"Die Altersstruktur vorhandener Kraftwerke und der Ausstieg aus der Kernkraft verlangen den Zubau von Kraftwerken. Ohne Kohle ist keine sichere Stromversorgung möglich. Deshalb ist es eine gute Entscheidung, in ein modernes Steinkohlekraftwerk zu investieren", erklärte Grunenberg.

Um die Wirtschaftlichkeit des im Stummhafen geplanten Trianel-Kraftwerks zu untermauern, stellte er dessen Kennzahlen denen des vorerst gestoppten Evonik-Kraftwerkblocks Herne 5 gegenüber.

20 Prozent Kostenvorteil zugunsten von Trianel

Danach kostet Trianel 1,39 Milliarden Euro, während Evonik für einen noch etwas kleineren Block zuletzt bei 1,544 Mrd. lag. Pro Kilowatt ergebe sich ein Kostenvorteil von ca. 20 Prozent zugunsten von Trianel. "Das Scheitern jedes anderen Projekts erhöht den Wert unserer Anlage", so Grunenberg.

Lesen Sie jetzt