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Söhret Kaftancioglu: Unternehmerin mit Mut

LÜNEN Eigentlich wollte sie immer Anwältin werden, doch dann kam alles anders und mittlerweile ist Söhret Kaftancioglu als selbstständige Friseurmeisterin mit ihrem Salon „Söhrets Haar Design“ an der Rudolph-Nagell-Straße erfolgreich.

von Von Beate Rottgardt

, 13.02.2008
Söhret Kaftancioglu: Unternehmerin mit Mut

Söhret Kaftancioglu (3.v.r.) im Kreise ihrer Mitarbeiterinnen und mit ihren Eltern (vorn). Seit 1997 ist die Friseurmeisterin selbstständig.

Im Juni 1997 eröffnete die 41-Jährige ihren Salon, heute hat sie drei Mitarbeiterinnen, wird im Sommer wieder eine Auszubildende einstellen und bietet auch Praktikantinnen Einblicke in die Berufswelt. Im Dezember kamen noch der Kosmetikbereich und ein Raum für dauerhafte Haarentfernung nach IPL-Methode dazu. Auch bei dieser GbR ist Söhret Kaftancioglu die Chefin.

Mit sechs Jahren nach Deutschland

Mit sechs Jahren kam sie nach Deutschland, ein Jahr später wurde sie in Alstedde eingeschult. Nach der 5. Klasse auf der Realschule Altlünen wechselte sie ans damalige Geschwister-Scholl-Gymnasium, wo sie ihr Abitur machte.

Dann entschloss sich ihr Vater, wieder in die Türkei zurück zu kehren. Und Söhret, die eigentlich Jura studieren wollte, entschied sich für eine Friseurlehre, „denn das hätte ich in der Türkei gebrauchen können.“

Hochzeit mit 23

Doch wieder kam es anders, die junge Friseurin lernte ihren Mann kennen, heiratete mit 23 und bekam drei Jahre später ihre Tochter. 1996 absolvierte sie ihre Meisterprüfung, ein Jahr später machte sie sich selbstständig.

„Eigentlich wollte ich anfangs einen kleineren Salon,“ erinnert sich Söhret Kaftancioglu. Doch mittlerweile hat sie sehr viele Stammkunden, nicht nur aus der direkten Nordlüner Umgebung. „Unsere Kunden kommen auch aus Horstmar, Cappenberg, Selm, Nord- und Südkirchen“, erzählt sie.

Netzwerk von Unternehmerinnen

Anfangs war es schon schwierig, bekennt sie, aber dadurch, dass sie 14 Jahre in verschiedenen Salons in Lünen gearbeitet hat, war ihr Name bekannt, es lief an. Inzwischen hat sie ein Netzwerk von Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund mit aufgebaut, bietet beispielsweise mit einem Brautmodengeschäft ein Paket rund um die Braut an – vom Outfit über Kosmetik bis zur Frisur.

Bedenken in der Familie

Söhret Kaftancioglu ist im Vorstand des Vereins selbstständiger Migranten und weiß – Frauen mit Migrationshintergrund müssen sich auch gegen Bedenken in der eigenen Familie durchsetzen. „Oft gibt es auch Probleme, weil sie nicht wissen, an welche Ämter sie sich wenden müssen.“ Übrigens – ihre Eltern, die teils in der Türkei, teils in Lünen leben, sind sehr stolz auf die erfolgreiche Tochter.

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