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Zwischen den Stühlen

GAHMEN "Es werden ja alle in einen Topf gesteckt", sagt Muhammed. Mit neun weiteren jungen Männern sitzt er rund um einem Tisch - und erzählt. Jeden Sonntag treffen sich die jungen Leute - fast alle mit Migrationshintergrund - in den Räumen am Hirtenweg 10. Dort reden sie über ihre Probleme. Und die sind vielfältig.

von Von Volker Beuckelmann

, 04.02.2008

"Die Hauptprobleme sind familiär", sagt ein Jugendlicher, dessen Wurzeln in der Türkei liegen. Sie würden quasi zwischen den Stühlen sitzen, zwischen zwei Welten: Orient und Okzident. Als Islamgläubige fühlten sich die jungen Leute häufig Vorurteilen oder Missverständnissen ausgesetzt.

"Wir treffen uns hier, damit wir den Lüner Menschen zeigen können, dass wir nicht so sind wie die anderen. Erstmal müssen die Vorurteile weg", sagt Muhammed. Der Älteste in der Gruppe ist Hasan (27), der als Kaufmann im Einzelhandel arbeitet. Er erklärt, wie wichtig es sei, Regeln des Islam zu finden und sie mit den Jugendlichen zu besprechen.

"Hasan hat uns beigebracht, Spaß zu haben, ohne dabei anzuecken", sagt Müslüm. Wenn der Islam fordere, keinen Alkohol zu trinken, dann würden sich die Jugendlichen daran eher halten, als wenn es der Vater sage, erklärt Hasan.

Seit kurzem hat die Gruppe der Jugendlichen, die sich "Green Society" nennt und seit acht Jahren besteht, ein Dach über dem Kopf. "Das war unser großer Wunsch", so die jungen Türken, die jeden Sonntag ab 10 Uhr die Möglichkeit haben, sich auszutauschen.

Konflikte ohne Gewalt

Sehr froh sind sie darüber, dass sie in der Hausaufgabenhilfe des Box-Clubs Gahmen am Hirtenweg 10 nun untergekommen sind. Toleranz in der Gruppe sei sehr wichtig mit dem Ziel, die Meinung anders denkender Menschen zu akzeptieren und bei Konflikten Lösungen zu finden - ohne Gewalt. Auch wenn es in Gahmen viele Nationalitäten gebe, seien alle gleich: "Wir sind doch alles Menschen", sagt Hasan.

Wer die Gruppe unterstützen möchte, ruft an unter Tel (01 63) 9 28 80 21.

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