Mann schießt auf offener Straße um sich – Polizei tötet Tatverdächtigen

Polizei

Dramatische Szenen in Meckenheim bei Bonn: Einen Mann hat mit einer Pistole immer wieder um sich geschossen. Spezialkräfte überwältigten den Mann. Er soll unter Alkoholeinfluss gestanden haben.

Meckenheim

23.11.2020, 06:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach mehreren Schussabgaben in Meckenheim nahe Bonn hat die Polizei am Abend einen Tatverdächtigen überwältigt.

Nach mehreren Schussabgaben in Meckenheim nahe Bonn hat die Polizei am Abend einen Tatverdächtigen überwältigt. © picture alliance/dpa

Bei einem Schusswechsel mit Spezialeinsatzkräften der Polizei in Meckenheim bei Bonn ist ein 44-Jähriger gestorben. Nach der Tat in der Nacht zu Montag war die Polizei am Vormittag dabei, den Hergang zu rekonstruieren. Es gebe Anhaltspunkte, dass der Mann unter Alkoholeinfluss gestanden haben könnte, sagte ein Polizeisprecher in Bonn.

Eine Obduktion sollte weitere Aufschlüsse zur Tat liefern. Geklärt werden sollte auch die Frage, ob der Mann durch Schüsse der Beamten starb oder ob er sich selbst getötet hatte. Angaben zum Motiv gab es noch nicht, etwa ob es Frust war. Auch zur Nationalität des Schützen machten die Beamten zunächst keine Angaben.

Mann hatte an mindestens zehn Orten um sich geschossen

Am Sonntagabend gegen 21 Uhr hatten Anwohner die Polizei alarmiert, weil der Mann auf der Straße randaliert und um sich geschossen hatte. Als ein Streifenwagen eintraf, schoss der Mann und verletzte einen Polizisten an der Hand. Insgesamt gab es rund zehn Tatorte in der Wohngegend, wie der Polizeisprecher sagte. Gemeint waren Orte, an denen eine Kugel oder mehrere Geschosse einschlugen - an einem Streifenwagen, an parkenden Autos, an Hausfassaden. Auch ein Loch in der Fensterscheibe eines Wohnhauses war zu sehen.

Ein Loch ist in einer Fensterscheibe eines Wohnhauses zu sehen.

Ein Loch ist in einer Fensterscheibe eines Wohnhauses zu sehen. © picture alliance/dpa

Der 44-Jährige flüchtete den Angaben zufolge auf ein Grundstück, wo Beamte ihn stellten und zum Aufgeben überreden wollten. Doch der Mann wollte nicht. Beim Zugriff durch Spezialeinsatzkräfte kam es zum Schusswechsel. Noch vor Ort erlag der Mann seinen Verletzungen. Unklar ist, woher der Täter die Waffe hatte. Laut „WDR“ hatte der Mann sogar zwei Waffen dabei und große Mengen an Munition. In sozialen Medien wurde die Frage aufgeworfen, ob der Mann Mitglied in einem Schützenverein war. Dazu wollte die Polizei nichts sagen.

Teile des Wohngebietes in der Nacht abgeriegelt

In der Stadt mit rund 27.000 Einwohnern, die umgeben von Obstfeldern südlich von Bonn liegt, hatte die Tat ein Polizei-Großaufgebot ausrücken lassen. Zwischen den ersten Notrufen und dem tödlichen Schusswechsel vergingen mehrere Stunden. Beamte riegelten Teile des Wohngebiets ab, auch Ärzte und Sanitäter waren vor Ort.

Am Montagvormittag waren Ermittler noch damit beschäftigt, den Tathergang mit den verschiedenen Schussabgaben nachzuvollziehen. An Häusern, Autos und auf der Straße markierten sie mit hellgrüner und weißer Sprayfarbe die Spuren des Schießwütigen.

dpa

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