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Manuel Smeetz: Handball-Routinier auf zwei Seiten

CASTROP-RAUXEL Manuel Smeetz gehört zu den Routiniers im Team des Handball-Bezirksligisten HSG Rauxel-Schwerin. Regelmäßig steht der 29-Jährige aber auch auf der "anderen Seite". Als WHV-Schiedsrichter leitet er Spiele bis hinauf zur Regionalliga.

von Von Jörg Laumann

, 21.02.2008
Manuel Smeetz: Handball-Routinier auf zwei Seiten

<p>Doppelrolle: Rückraumspieler Manuel Smeetz (rechts) tauscht das grüne Trikot der HSG Rauxel-Schwerin nicht selten gegen den gelben Dress des Unparteiischen, das hier seine Schiedsrichter-Kollegen von der HSG Matthias Kotz und Peter Mönch tragen. Archiv Goldhahn</p>

Mitunter verläuft die Saison für Manuel Smeetz kurios: So zum Beispiel in den vergangenen zwei Wochen. Zunächst war der Rückraumspieler beim 31:31 der HSG Rauxel-Schwerin gegen die DJK Oespel-Kley der überragende Torschütze mit zwölf Treffern, gehörte dann aber am folgenden Spieltag gar nicht zum Aufgebot des Bezirksligist.

Grund war ein Einsatz von Smeetz als Schiedsrichter in der Regionalliga. "Schade für die Mannschaft", meint Smeetz. "Doch wenn man auf Regionalliganiveau pfeifen will, muss man eben regelmäßig zur Verfügung stehen", schildert Smeetz die Anforderungen des Westdeutschen Handballverbandes (WHV). Auch bei der HSG habe man ihm keine Steine bei der Fortsetzung seiner Schiedsrichter-Laufbahn in den Weg legen wollen. "Der Verein ist damit einverstanden, dass ich ab und zu nicht als Spieler antreten kann", sagt der gebürtige Ickerner.

Die ersten Erfahrungen als Unparteiischer machte Smeetz bereits als Jugendlicher Handballer bei seinem Heimatverein TuS Ickern. Damals wurden Nachwuchs-Schiedsrichter gesucht und Smeetz bildete ein Gespann mit seinem Teamkollegen Jörg Greding. Heute ist der HSG-Handballer als Referee mit dem Ickerner Andreas Wunder als Partner unterwegs.

Bei Testpartien pfeifen sie auch Bundesligisten

Die Anfahrwege, die die beiden zu den Regionalligaspielen zurücklegen müssen, sind zum Teil durchaus weit: Lemgo steht ebenso auf dem Spielplan wie Minden oder Rheinhausen. "Geld verdienen kann man damit nicht", sagt Smeetz über den Schiedsrichter-Job. Im Vordergrund stehe das Erlebnis, bei höherklassigen Handballspielen mitwirken zu können. In Testpartien wird das Duo Smeetz/Wunder gelegentlich auch bei Bundesligisten eingesetzt.

Dabei ist das Engagement als Unparteiischer bei weitem nicht die einzige "Nebenbeschäftigung", die Smeetz neben dem Handballsport ausübt. Zwei Mal wöchentlich bastelt der Kälteanlagenbauer zudem in Recklinghausen an seiner Meisterprüfung, die er im kommenden September abschließen will. Zu diesem Zeitpunkt wartet dann auch im Privatleben der Smeetz' eine neue Herausforderung: Manuel und Ehefrau Nadine, die in Henrichenburg leben, erwarten im Juli erstmals Nachwuchs.

Ziel: Zeit für Training und Spiel finden

"Zeit für Training und Spiel finden", hat der HSG-Handballer als Ziel in seinem Kurzporträt auf der Homepage des Vereins angegeben. Wie ihm dies in Zukunft als Familienvater und Meister im Berufsleben gelingen wird, bleibt abzuwarten. Schon zu Beginn dieser Saison wollte Smeetz aus zeitlichen Gründen beim Handball-Bezirsksligisten ins zweite Glied zurücktreten und ging nur noch für die HSG-Reserve in der 3. Kreisklasse aufs Parkett.

Zur Rückrunde kam jedoch die Bitte, in die erste Mannschaft zurückzukehren. Nachdem Matthias Kunze den Bezirksligisten in Richtung TuS Ickern verlassen hatte, wollte HSG-Trainer Dirk Rogalla auf den Routinier nicht mehr verzichten.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir den Klassenverbleib schaffen"

In der Tat kann der gebürtige Ickerner auf einige Erfahrungen auch im höherklassigen Handball zurückblicken. Bereits als 18-Jähriger spielte er mit dem TuS in der Oberliga. 2001 wechselte er von der Zwischenstation Haltern-Sythen zur HSG Rauxel-Schwerin, wo der ehemalige TuS-Akteur Stephan Pade als Trainer verantwortlich war. Mittlerweile hat Pade die HSG wieder in Richtung Ickern verlassen, was Smeetz' Zufriedenheit im aktuellen Verein aber keinen Abbruch tut: "Dirk Rogalla leistet hier sehr gute Arbeit mit den vielen jungen Spielern" "Ich bin zuversichtlich, dass wir den Klassenverbleib schaffen werden."

Smeetz selbst muss sich allerdings an eine veränderte Rolle im Team gewöhnen. "Als ich hierher kam, war ich einer der jüngsten Spieler im Kader", sagt der 29-Jährige, "jetzt bin ich der zweitälteste". Für ein Bestleistung wie das Dutzend Tore im Spiel gegen Oespel-Kley ist der Routinier aber offenbar immer noch gut. "Eigentlich war ich vor dem Spiel ziemlich kaputt, weil ich vorher noch einen Einsatz als Schiedsrichter in Lemgo hatte", erinnert sich Manuel Smeetz. "Aber dann lief es trotzdem einfach optimal."

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