Massenschlägerei vor Bochumer Ruhrstadion: VfL-Hooligans verurteilt

Gericht

Sie verteidigten ihren Verein mit Händen und Füßen: Für eine Massenschlägerei wurden mehrere Hooligans des VfL Bochum heute verurteilt. Im Stadion selbst waren sie seit Jahren nicht mehr

Bochum

, 12.10.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wegen ihrer Teilnahme an einer Massenschlägerei vor dem Ruhrstadion wurden heute zwei Hooligans des VfL Bochum verurteilt.

Wegen ihrer Teilnahme an einer Massenschlägerei vor dem Ruhrstadion wurden heute zwei Hooligans des VfL Bochum verurteilt. © picture alliance/dpa

Nach einer Straßen-Schlägerei vor zweieinhalb Jahren unter gewaltbereiten Fußballfans während eines Heimspiels des VfL Bochum hat das Bochumer Landgericht zwei Ex-Ultra-Anhänger am Montag zu Geldstrafen verurteilt. Das Bochumer Duo hatte die Beteiligung an der scheinbar verabredeten Massenschlägerei mit Fans von Holstein Kiel zugegeben.

3750 Euro Geldstrafe ( á150 Tagessätze) für einen 27-jährigen Bochumer, 1800 Euro (á 120 Tagessätze) für einen acht Jahre älteren Mitangeklagten: Die Urteile der 7. Strafkammer lauteten auf versuchte gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch. Weil sich der jüngere Angeklagte darüber hinaus nur eine Woche nach der Prügelei mit Kiel-Fans auch noch an einer weiteren Fanschlägerei in der Bochumer Innenstadt beteiligt hatte, war seine Strafe unterm Strich auch höher ausgefallen.

Mit Kung-Fu-Sprüngen auf die verfeindeten Hooligans

Die Ultra-Schlägerei vor einer Tankstelle am Ruhrstadion geht zurück auf den 10. März 2018 und war von den Stadion-Kameras der Polizei gefilmt worden. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit waren dort neben zwei geparkten Linienbussen mehrere Bochum-Fans mit Anhängern von Holstein Kiel aneinandergeraten. Das Video zeigte Kung-Fu-Sprünge, brutale Schläge und Tritte während der Autoverkehr auf der Castroper Straße ganz normal weiterläuft.

Wie es hieß, war wegen ausgesprochener Stadionverbote keiner der Beteiligten zuvor im Ruhrstadion gewesen. Die Verfahren gegen zahlreiche weitere beteiligte (aber nicht wie die beiden Angeklagten bereits vorbelastete) Bochum-Fans, die von der Polizei anhand des Videos identifiziert werden konnten, waren im Vorfeld gegen die Zahlung von Geldauflagen (jeweils ein Monatslohn) eingestellt worden.

Massenschlägerei im Bermuda-Dreieck

Bei der zweiten Schlägerei nur eine Woche später waren rund 30 überwiegend vermummte und gewaltbereite VfL-Fans mitten in der Bochumer Innenstadt auf eine nahezu gleich große Gruppe von Fans von Hannover 96 getroffen.

Die Fans aus Niedersachsen hatten wegen Stadionverboten ein Auswärtsspiel ihrer Mannschaft im Bochumer Bermuda-Dreieck am TV verfolgt. Diesmal hatte eine Anwohnerin aus dem Fenster ein Handyvideo von der Massenschlägerei angefertigt.

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