Millionenschaden: Lagerhalle in Isselburg geht in Flammen auf

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Eine Lagerhalle der Spedition Isseltrans ist am Freitag in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr löschte mit einem Großaufgebot. Auch Einsatzkräfte aus Vreden und Stadtlohn waren im Einsatz.

von Carola Korff und Jochen Krühler

Isselburg

, 22.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Firmeninhaber Arno Stockhorst hatte am Freitagabend gegen 18 Uhr gerade noch einen letzten Rundgang durch seine Spedition Isseltrans gemacht, dann wollte er Feierabend machen. Am Samstagmorgen um sechs Uhr sollten wieder Textilien für einen Kunden aufgeladen und ausgeliefert werden. Doch auf dem Nachhauseweg meldete sich Stockhorsts Handy mit einem Alarm der Brandmeldeanlage.

Der Firmenchef kehrte um, ging in Richtung von Halle 5, da sah er schon das Feuer. Innerhalb von kürzester Zeit ging dann die gesamte Halle in Flammen auf. Als die Feuerwehr gegen 18.25 Uhr eintraf, habe das Gebäude schon „in Vollbrand gestanden“, sagte Stadtbrandmeister Markus Berning am Abend.

Durchzündung über das Dach

Aus der Fassade schlugen Flammen und dann gab es plötzlich eine Durchzündung über das Dach. „Das Dach platzte mit einer riesigen Rauchsäule und großem Krach weg“, so Berning. Die Feuerwehrmänner hätten sich dann darauf konzentriert, ein Übergreifen der Flammen auf die rechts und links daneben liegenden Hallen zu verhindern. Die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. Viele Schaulustige beobachteten die Löscharbeiten vom Kreisverkehr aus.

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In der brennenden Halle lagerten vor allem die Kleidungsstücke, die hätten ausgeliefert werden sollen. Immer wieder waren kleinere Explosionen zu hören. Das seien vermutlich Lkw-Reifen für den Eigenbedarf, die ebenfalls in der Halle gelagert waren, sagte Seniorchef Clemens Stockhorst. Er hatte ebenfalls über die Brandmeldeanlage von dem Feuer erfahren. „Als ich da noch telefonierte, rief mein Sohn schon an“, sagte er am Freitagabend.

Arno Stockhorst berichtet, er habe schnell noch ein Tor einer anderen Halle aufgebrochen, um seine Gabelstapler herauszufahren. Auch seine Zugmaschinen parkte er noch schnell in einen sicheren Bereich um.

Alle drei Löschzüge der Feuerwehr Isselburg im Einsatz

Die Feuerwehr, die vor wenigen Jahren noch eine Übung auf dem Firmengelände abgehalten hatte, rückte mit einem Großaufgebot an. Alle drei Löschzüge der Feuerwehr Isselburg waren im Einsatz, dazu der Löschzug Suderwick, die Drehleiter aus Bocholt und die Brandweer aus Gendringen.

Auch beide Löschzüge aus Vreden halfen in Isselburg aus. Der Grund: Die Kreisbereitschaft Mitte wurde um kurz vor 20 Uhr informiert. Dazu gehören die Freiwilligen Feuerwehren Gescher, Stadtlohn, Südlohn, Velen und Vreden. Von der Freiwilligen Feuerwehr Vreden waren sechs Einsatzkräfte im Einsatz. Die Einsatzkräfte trafen sich an der Feuerwache in Stadtlohn und rückten von dort gemeinsam aus.


Auch Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel und Bürgermeister Michael Carbanje waren vor Ort. Das DRK kam, um die Verpflegung der über 170 Einsatzkräfte sicherzustellen. Vertreter der Energieversorger schalteten Gas und Strom ab.

Bevölkerung wird über Rauchentwicklung informiert

Die Bevölkerung sei über die Nina-Warn-App über die starke Rauchentwicklung informiert worden, sagte Berning. Es habe aber keine Gesundheitsgefahr bestanden. „Der Rauch zieht schön nach oben weg“, so der Stadtbrandmeister.

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Gegen 21 Uhr forderte die Isselburger Feuerwehr die Kreisfeuerwehrbereitschaft Borken Mitte an. Sie sollte mit 100 Mann und mehreren Fahrzeugen zum Stromberg kommen, um die erschöpften Einsatzkräfte abzulösen.

Die Polizei hat den Brandort weiträumig abgesperrt und die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Bei dem Brand entstand nach ersten Schätzungen einen Sachschaden von etwa einer Million Euro, Personen wurden nicht verletzt. Messungen in der Umgebung haben ergeben, dass keine gefährlichen Stoffe freigesetzt wurden.

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