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Modellverein: Für den WSC - und 30.000 Werner

WERNE Der Werner SC ist einer von drei Vereinen in NRW, der am Modellwettbewerb "Der Sportverein - ein gesundheitsfördernder Lebensort" teilnimmt. Unter der Schirmherrschaft des LandesSportBundes (LSB) soll aus dem WSC der Werner Sportverein werden. Ohne Zweifel, Manfred Prömel, Ehrenvorsitzender des WSC, und seine Mitstreiter haben sich ehrgeizige Ziele gesteckt.

von Von Dominik Möller

, 27.02.2008

Ziele, vor denen man durchaus zurückschrecken mag - zu gewaltig wirkt ihre Dimension. Aber Prömel & Co. sind fest entschlossen. Fest entschlossen, die Ziele aus eigenem Antrieb - und mit Hilfe des LSB - zu realisieren. Zwar bezuschusst der LSB das Projekt, dies sei aber "mehr eine Aufwandsentschädigung als alles andere", sagt Hans-Georg Schulz, Referent des LSB. "Wir knüpfen diese Aktion bewusst nicht an Geld. Denn wenn wir es ans Geld binden würden, wäre das Projekt in zwei Jahren gestorben", so Schulz weiter.

Zwei Jahre. Genau so lange soll das Projekt laufen. "Natürlich sind zwei Jahre nicht der ultimative Zeitraum, aber es reicht, um wichtige Punkte anzustoßen", sagt Schulz. Eine weitergehende Betreuung des LSB verstehe sich von selbst. Denn gerade beim Thema Integration und Migration - der Punkt auf der Tagesordnung, der in Klammern steht - seien Sorgfalt und Kompetenz gefragt. "Die Frage ist: Was ist realisierbar?", sagt Prömel. Er weiß, dass solch komplexe Vorhaben nicht von jetzt auf gleich machbar sind. Einen Versuch sei es dennoch wert, diese Themen gewissenhaft anzugehen.

"Es geht um mehr, als nur um Fußball"

"Es geht um die soziale Ungerechtigkeit des Gesundheitwesens", erklärt Schulz. Menschen mit Migrationshintergrund wissen oft nicht, was ihnen zusteht. "Wie gesagt, eine extrem komplexe Angelegenheit", so Schulz. Stimmt. "Es geht um mehr, als nur um Fußball. Es geht um unseren Verein, um die Stadt Werne", ergänzt Prömel.

Das Projekt sei mehr als nur der Versuch, den innerstädtischen Stellenwert des WSC zu stärken - "es geht um 30.000 Werner", so Prömel weiter. Dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) gehe es schlichtweg um Mitgliederzahlen. "Es zählt die Qualität der Übungsleiter - und nicht, welche Position man im Verbands-Ranking erreicht", frotzelt Prömel. Jürgen Zielonka, Vorsitzender des Stadtsportverbands (SSV) nickt - er stimmt zu.

"Wir müssen die Vereine auf zukünftige Bedürfnisse vorbereiten", so Zielonka. Das Schaffen von integrativen Netzwerken, die über Vereinsgrenzen hinaus gehen, müsse oberste Priorität genießen. "Die Frage ist, wie können wir die Vereine untereinander vernetzen", fragt Zielonka. Er weiß um die Gefahr, von starren Strukturen. Er wirkt skeptisch - ist aber guter Dinge. "Wir müssen transparent arbeiten", sagt Lutz Hammer, Vorsitzender des WSC und ergänzt: "Wir müssen Offenheit vorleben. Und nutzen."

"Genügend kreativer Freiraum"

Und genau aus diesem Grund installiert die Lenkungsgruppe um Manfred Prömel und Hans-Georg Schulz Arbeitsgruppen, die alle Aufgabenfelder abdecken. Allerdings müsse man die Arbeitsgruppen reglementieren, "aber so, dass auch immer noch genügend kreativer Freiraum bleibt", fordert Lothar Christ, Erster Beigeordneter der Stadt Werne.

Und Wolfgang Peschke, Übungsleiter des WSC, fügt hinzu: "Theorie und Praxis müssen Hand in Hand gehen. Es nützt uns nichts, wie eine Rakete zu starten - und am Ende mit Tempo eines Bummelzugs vor die Wand zu fahren."

Fest steht, dass nicht nur auf die Lenkungsgruppe ein Haufen Arbeit zu kommt. "Es geht um den WSC als Verein - und um Werne. Wir haben die Möglichkeit, etwas Großes zu schaffen", sagt Hammer. Die Gesundheit, der Breitensport und die Qualität der gebotenen Leistungen stehen im Fokus - das Modellprojekt hat begonnen...

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