Mörderischer Sommer: Die besten neuen Thriller für den Urlaub

Literatur

Die meisten werden in diesem Jahr wohl Urlaub in Deutschland machen - da kann ein bisschen Abwechslung bei der Krimilektüre nicht schaden. Hier ein Überblick über Thriller-Neuerscheinungen.

15.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Mit einem Buch am Strand lässt sich die Zeit gut vertreiben.

Mit einem Buch am Strand lässt sich die Zeit gut vertreiben. © picture alliance/dpa

1. „Mord in Sunset Hall“ von Leonie Swann

Mit ihrem Debüt „Glenkill“ (2005) gelang der deutschen Autorin Leonie Swann (ist ein Pseudonym) der große Durchbruch. Mehr als 1,5-Millionen-Mal wurde der Krimi, in dem sprechende Schafe den Mörder ihres Schäfers enttarnen wollen, allein in Deutschland verkauft. Nach der Schafskrimifortsetzung „Garou“ (2010) und „Gray“ (2017) über einen Graupapagei stehen in „Mord in Sunset Hall“ (2020) nun erstmals Senioren im Mittelpunkt der Ermittlungen.

Darum geht’s: Seniorin Agnes Sharp hat eine Hippie-WG gegründet. Jeder ihrer Mitbewohner hat seine eigenen kleineren und größeren Geheimnisse. Eigentlich wollte sich Agnes endlich mal um den kaputten Treppenlift kümmern. Doch dann stolpert Schildkröte Hettie im Schuppen über eine Leiche. Die Senioren beschließen, nicht die Polizei zu informieren, sondern sich selbst auf die Suche nach dem Täter zu machen.

2. „Requiem für einen Freund“ von Elisabeth Herrmann

Ihre Reihe um den Berliner Anwalt Joachim Vernau (u.a. „Totengebet“) wird regelmäßig für den Montagskrimi im ZDF verfilmt – mit Jan Josef Liefers in der Hauptrolle. Auch viele andere ihrer Thriller lieferten die Vorlage für Verfilmungen. Dabei ist Herrmann eigentlich gelernte Bauzeichnerin und arbeitete anschließend als Fernsehjournalistin, bevor sie 2005 ihren ersten Krimi veröffentlichte. „Das Kindermädchen“ wurde als bester deutschsprachiger Krimi des Jahres ausgezeichnet.

Darum geht’s: Eines Tages steht ein Beamter im Büro von Vernau, um eine Betriebsprüfung durchzuführen. Wenig später liegt der Beamte erschossen auf dem Boden. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch damit möchte sich Vernau nicht abfinden. Er beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln.

3. „Staub zu Staub“ von Felix Weber

Hinter dem Pseudonym Felix Weber verbirgt sich der holländische Thrillerautor Gauke Andriesse. Für „Staub zu Staub“ wurde er mit dem Gouden Stop ausgezeichnet, dem bedeutendsten holländischen Krimipreis. Als Andriesse einen Artikel über mysteriöse Todesfälle bei der katholischen Kirche las, wusste er, dass diese in seinem nächsten Werk eine Rolle spielen sollten.

Darum geht’s: Der einstige Widerstandskämpfer Siem Coburg lebt zurückgezogen auf einem Hausboot. Erst als ihn ein alter Freund bitte, den Tod seines Enkels aufzuklären, kehrt Coburg in die Stadt zurück. Der Enkel starb unter merkwürdigen Umständen in einem katholischen Heim für geistig behinderte Kinder. Während seiner Recherchen stellt Coburg fest, dass der Enkel nicht der einzige Schutzbefohlene mit ungeklärter Todesursache ist.

Jetzt lesen

4. „Mind Games“ von Leona Deakin

Leona Deakin arbeitete lange Jahre als Profilerin für die West Yorkshire Police, bevor sie sich als Psychotherapeutin eine eigene Praxis eröffnete. Mit „Mind Games“ hat sie ihr Thrillerdebüt geschrieben.

Darum geht’s: Vier Londoner erhielten Geburtstagskarten von einem anonymen Absender, bevor sie spurlos verschwanden. Die Tochter eines Vermissten engagiert Privatdetektivin und Profilerin Dr. Augusta Bloom, weil die Polizei nur halbherzig ermittelt. Bloom entdeckt eine Gemeinsamkeit, die alle vier Vermissten miteinander verbindet. Bei ihren Nachforschungen kommt sie dem Täter näher, als ihr lieb ist.

5. „Die Frequenz des Todes“ von Vincent Kliesch

Vincent Kliesch verdiente sein Geld erst als Restaurantfachmann und Stand-Up-Comedian, bevor er 2010 mit „Die Reinheit des Todes“ seinen ersten Thriller veröffentlichte. Sein Markenzeichen ist, dass in jedem seiner Buchtitel das Wort „Tod“ in irgendeiner Art und Weise enthalten ist. Mit einer Ausnahme: „Auris“ (2019), das er nach einer Idee von Bestsellerautor Sebastian Fitzek schrieb. Dieses Buch landete auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Die Fortsetzung ist nun erschienen und heißt „Die Frequenz des Todes“.

Darum geht’s: Der forensische Phonetiker Matthias Hegel, der wegen seines perfekten Gehörs von allen nur „Auris“ genannt wird, arbeitet erneut mit der True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge zusammen. Dieses Mal muss das ungleiche Duo ein entführtes Baby aufspüren. Aber was hat Ansorges tot geglaubter Bruder Moritz mit dem Fall zu tun?

6. „Flashback“ von Andrea Bartz

Andrea Bartz lebt und arbeitet als Journalistin in New York. Unter anderem schreibt sie für den bekannten Blog „Stuff Hipsters hate“ (dt.: Dinge, die Hipster hassen). Gleich mit ihrem ersten Thriller „Flashback“ (Im Original: „The Lost Night“) landete Bartz einen Volltreffer. Hollywoodstar Mila Kunis kaufte die Filmrechte und arbeitet nun an einer Mini-Serie. Ein Thriller mit einem spannenden und ausgeklügelten Plot, der vor allem im letzten Drittel eine düstere Sogwirkung entwickelt.

Darum geht’s: Vor zehn Jahren beging eine Freundin von Lindsay Selbstmord. Auf einer wilden Party hat sie sich erschossen. Lindsay hatte in jener Nacht zu viel getrunken und kann sich an nichts mehr erinnern. Nun trifft sie auf der Straße ihre einstige Freund Sarah wieder. Seit der Party damals haben sie sich nie wiedergesehen. Und Sarah hat ganz andere Erinnerungen an den Tod der gemeinsamen Freundin. Lindsay fängt an, zu recherchieren, was damals wirklich geschah...

7. „Tot bist du perfekt“ von JP Delaney

Gleich sein erster Thriller „The Girl Before“ (2017) wurde ein weltweiter Erfolg und erschien bisher in 45 Ländern. Auch das neuste, dritte Werk von JP Delaney dürfte für Furore sorgen. Einziger Wehrmutstropfen: Der deutsche Titel „Tot bist du perfekt“ (Originaltitel: The Perfect Wife“) könnte leicht in die Irre führen. Ansonsten ist der Thriller ein eiskalter Pageturner für heiße Sommernächte.

Darum geht’s: Der erfolgreiche Unternehmer Tim Scott kommt nicht über den Tod seiner geliebten Ehefrau Abbie hinweg. Jahrelang entwickelt er in seiner Software-Firma einen Roboter, der menschliche Gefühle imitieren kann. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Doch die Roboter-Version seiner Frau möchte mehr über den Unfall von Abbie erfahren. Kann es sein, dass Tim mehr mit dem Ableben seiner geliebten Gattin zu tun hat, als er zugibt?

Lesen Sie jetzt