Mogwai verwandelte Schauspielhaus in Rockarena

Theaterfestival K 15

BOCHUM Das Theater zum Kino und zum Konzertsaal werden lassen. Beim Festival K 15 am Schauspielhaus Bochum war beides möglich. An ein- und demselben Abend, der ganz im Zeichen der Band Mogwai stand.

von Von Max Florian Kühlem

, 01.07.2009, 18:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mogwai verwandelte Schauspielhaus in Rockarena

Laut und wild: Die Band Mogwai in Bochum.

Die schottischen Postrocker hatten 2005 den Soundtrack für den Film "Zidane - A 21st Century Portrait" geliefert und damit gezeigt, dass sie nicht nur den krachig-krassen Wechsel zwischen den Extremen, sondern auch gleichförmige, flirrende Soundflächen produzieren können. Ihre Ambient-Klänge geben dem Film, der im ausverkauften Schauspielhaus gezeigt wurde, ein besonders irritierendes Moment: Schon die Bilder der Kameras, die den Weltklasse-Fußballer Zinédine Zidane ein spanisches Ligaspiel lang beobachtet haben, wirken hypnotisch.Weltklasse-Fußballer Zinédine Zidane

Setzt jedoch die Musik ein und die typische Stadion soundkulisse aus, wirkt die Szenerie seltsam entrückt: Da beobachtet man kein Fußballspiel mehr, sondern einen stoischen Giganten beim Fußballspielen wie ein Portrait im Museum, wie Maskenspiel im Figurentheater.Mogwai live auf der Bühne beim Theaterfestival K 15

Nach dem Film waren Mogwai live auf der Bühne zu erleben. Kleine, schlichte Motive schichten sie zu bombastischen Sound-Ungetümen, die den Zuhörer wegblasen. Die fünf Musiker treiben ein geschicktes, oft ohrenbetäubend lautes Spiel mit Stilen des Rock, arbeiten mit Elementen des Heavy Metal und melancholischen Indierocks. Wie Zidane zeichnet auch Mitglieder von Mogwai stoische Ruhe aus, der visuelle Reiz, die Bewegung fehlte bei ihrem Auftritt. Von daher wäre das Missverständnis, das in vielen Vorankündigungen zu lesen war, vielleicht eine gute Idee gewesen: Dass Mogwai live einen Soundtrack zum Film spielen würden.

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