Museumsbesucher sollen eingreifen

HERNE Statisch wirken sie, die geometrischen Wandobjekte mit ihren symmetrischen Linien von Peter Witucki. Ihre streng konstruktive Grundgestaltung und Farbigkeit in überwiegend weißen, grauen und schwarzen Tönen verraten nicht, dass sie genau das nicht sind.

von Von Nadja Schöler

, 17.01.2008, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei der Ausstellung "Offene Ordnung - Veränderbare Objekte" verlieren die Schilder mit der Aufschrift "Bitte nichts berühren" vorübergehend ihre Gültigkeit, denn hier ist die Beteiligung der Betrachter unerlässlich, sie sollen in die Arbeiten eingreifen und sie umgestalten.

Aus geraden Linien und Quadraten werden so plötzlich Formen, die durcheinander geraten, schief, verschoben und unruhig sind. "Die Veränderung eines Bildes macht aus ihm ein anderes. Das macht seinen Sinn komplexer und stellt die Frage nach dem Original. Gibt es überhaupt so etwas wie ein Original?", fragt Marion Schmid, die die Texte über Witucki im Ausstellungskatalog verfasst hat.

Veränderung steht im Mittelpunkt

Witucki stellt nicht den Aspekt der Bewegung der Bilder, sondern den ihrer Veränderung in den Mittelpunkt. So stellt er jeden Anspruch auf Ordnung infrage. "Schon kleine, subtile Veränderungen haben einen großen ästhetischen Reiz", erklärt der Künstler aus Recklinghausen. Die Herner Exponate hat er größtenteils für die Ausstellung konzipiert, ihre Farbigkeit auf das Innenleben des Schloss Strünkede abgestimmt. Die Arbeiten, die häufig aus mit Grafit beschichteten MDF-Platten bestehen, enthalten einzelne Elemente, die verschiebbar sind, meistens Holz.

Allerdings darf nur mittwochs geschoben und bewegt werden - in Anwesenheit des Künstlers.  

Emschertal-Museum Herne: "Offene Ordnung - Veränderbare Objekte", Karl-Brandt-Weg 2, Di., Fr., So. 10-13 Uhr und 14 -17 Uhr, Sa., 14-17 Uhr, bis 17. Februar.