Musical-Star betäubt und vergewaltigt Ex-Freundin - Festnahme im Gericht

hzLandgericht Bochum

Ein Musical-Star soll seine ehemalige Lebensgefährtin mit einem Schlafmittel-Cocktail betäubt und vergewaltigt haben. Von dem Vorfall gab es sogar Tonaufnahmen. Jetzt ist das Urteil gefallen.

von Werner von Braunschweig

Bochum

, 28.08.2020, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein bekannter Musical-Darsteller aus Berlin ist am Bochumer Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt und dabei noch im Gerichtssaal festgenommen worden. Die Richter hatten am Ende keine Zweifel, dass der 61-Jährige seine ehemalige Lebensgefährtin in deren Wittener Wohnung erst mit Schlafmitteln betäubt und dann vergewaltigt hat.

Angeklagter nimmt Strafmaß und Festnahme regungslos entgegen

Blauer Anzug, weißes Hemd, schicke Krawatte: Sowohl das Strafmaß als auch die erneute Festnahme nahm der Schauspieler und Sänger völlig regungslos entgegen. Wie zu einer Salzsäule erstarrt, ließ der 61-Jährige die Urteilsbegründung über sich ergehen. Der Musicaldarsteller hatte im Prozess auf Anraten seiner Verteidiger Burkhard Benecken und Martin Gentz bis zuletzt zu den Vergewaltigungsvorwürfen geschwiegen.

Die Richter der 2. Strafkammer dagegen sind felsenfest davon überzeugt, dass der Schauspieler am 21. Mai 2019 zum Vergewaltiger geworden ist. Laut Urteil träufelte der 62-Jährige seiner Ex-Partnerin ein schweres Schlafmittel in ein Glas Weißwein, vertuschte die Trübungen durch die Zugabe von Eiswürfeln. Nachdem die Frau daraufhin benebelt gewesen sei, soll der 61-Jährige sich an ihr sexuell vergangen haben.

U-Haft für Angeklagten wegen Fluchtgefahr

Hauptbeweismittel war eine Tonaufnahme von der fraglichen Nacht auf einem iPod. Das mutmaßliche Opfer hatte das immer noch laufende Aufnahmegerät laut Urteil tags darauf unter der Couch entdeckt und war damit zur Polizei gegangen. Am 30. Oktober 2019 war der Musicaldarsteller dann erstmals bei der Einreise am Düsseldorfer Flughafen festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gelassen worden. Dass er jetzt erneut in U-Haft muss, begründete das Gericht mit der durch die Verurteilung wieder aufgeflammte Fluchtgefahr.

Die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten leidet laut Urteil seit dem Vorfall unter psychischen Belastungen und ist bis heute in psychiatrischer Behandlung. Weil bei der Flughafen-Festnahme des 61-Jährigen auch kinderpornografisches Material auf einer mitgeführten Festplatte entdeckt worden war, lautet das Urteil neben Vergewaltigung auch auf Besitz von kinder- und jugendpornografischen Schriften.

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