Mutation des Coronavirus in Hannover nachgewiesen – in einer Probe aus dem November

Mutation des Coronavirus

Die mutierte Variante des Coronavirus ist nun zum zweiten Mal in Deutschland nachgewiesen worden. Experten fanden den Erreger in einer Probe von Ende November. Der Patient ist schon gestorben.

Hannover

28.12.2020, 19:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt ein von einem Patienten isoliertes Partikel des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in einem Labor.

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt ein von einem Patienten isoliertes Partikel des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in einem Labor. © picture alliance/dpa/NIAID/NIH/AP

Das mutierte Coronavirus, das sich in England schnell verbreitet, ist erstmals auch in Niedersachsen nachgewiesen worden. Wie das dortige Sozialministerium mitteilte, hat sich ein älterer Mann bereits im November damit angesteckt. Der hochbetagte Patient ist demnach inzwischen gestorben, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) habe die Proben des Mannes und dessen Frau, die Ende November genommen worden waren, nachträglich auf die neue Virus-Variante B1.1.7 untersucht – mit positivem Ergebnis. Auch eine Überprüfung durch die Charité in Berlin sei positiv ausgefallen.

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Die Experten gehen davon aus, dass das Ehepaar sich bei seiner Tochter angesteckt hat, die sich Mitte November in England aufgehalten hatte. Ehefrau und Tochter sind laut Ministerium inzwischen wieder genesen. „Weitere Ansteckungen hat es im Zusammenhang mit diesen Fällen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover nicht gegeben“, teilte das Ministerium mit.

Mutation des Coronavirus: Möglicherweise besonders ansteckend

Die neue Virus-Variante ist inzwischen für einen Großteil der Infektionen im Süden Englands verantwortlich und nach ersten Erkenntnissen möglicherweise besonders ansteckend. Laut Ministerium hatte sich die Tochter des Patienten Mitte November in England aufgehalten und dort wohl angesteckt.

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Tochter und Ehefrau des Gestorbenen seien mittlerweile aber wieder genesen. Weitere Ansteckungen habe es im Zusammenhang mit diesen Fällen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover nicht gegeben.

Der Leiter des Krisenstabs der niedersächsischen Landesregierung, Heiger Scholz, sprach den Angehörigen sein Beileid aus. „Das Auftreten der Virus-Variante ist für uns alle ein weiterer Anlass, uns ganz besonders streng an die geltenden Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen zu halten“, sagte der Gesundheitsstaatssekretär.

„So lange wir dies tun, nehmen wir jeder Variante des Virus die Chance, sich zu verbreiten.“ Zuvor hatte Scholz im Interview mit radio ffn über das Auftreten der neuen Variante in Niedersachsen berichtet.

Dagegen hatte der vor Weihnachten am Flughafen Hannover positiv getestete Passagier nicht die Coronavirus-Variante aus Großbritannien, wie die Region Hannover am Montag mitteilte. Wegen der Mutation war die Einreise von 63 Fluggästen aus London am 20. Dezember zunächst gestoppt worden.

Für sie wurden Feldbetten in einem Terminal aufgestellt, nur eine Person wurde positiv getestet. Sie wurde mit ihrer Familie in einem Quarantäne-Transport zum Zielort gebracht, wo sie sich isolieren sollte. Weitere Angaben wurden aus Datenschutzgründen nicht gemacht.

Die meisten EU-Staaten hatten nach dem Bekanntwerden der Mutation entschieden, Reisen aus und nach Großbritannien weitgehend einzuschränken. In Deutschland wurde die Virusvariante B1.1.7 auch bei einer Frau festgestellt, die am 20. Dezember von London nach Frankfurt am Main geflogen war.

In anderen Ländern wie Dänemark oder in den Niederlanden ist der mutierte Virustyp inzwischen ebenfalls nachgewiesen worden.

pach/dpa/RND

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