Mutmaßlich illegales Rennen: Ermittlungen wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen

Kriminalität

Die Polizei fahndet immer noch nach dem dritten Fahrer, der sich an einem Rennen, bei dem eine Frau starb, beteiligt haben soll. Ermittelt werde wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen.

Hofheim

12.10.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge stehen nach einem Unfall auf der A66 in Hofheim im Taunus.

Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge stehen nach einem Unfall auf der A66 in Hofheim im Taunus. © picture alliance/dpa

Gegen die drei Fahrer eines mutmaßlich illegalen Autorennens mit tödlichem Ausgang auf der A66 bei Hofheim am Taunus wird wegen Mordes ermittelt. Nach einem Fahrer werde weiterhin gefahndet, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Montag. Gegen ihn sei ebenso wie gegen die beiden anderen bereits festgenommenen Männer Haftbefehl erlassen worden. Ermittelt werde wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen sowie mit gemeingefährlichen Mitteln. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ von dem Mordvorwurf berichtet.

Die drei Männer sollen am Samstagmittag mit ihren Sportwagen auf der Autobahn ein Rennen gefahren sein. Laut Staatsanwaltschaft verlor einer von ihnen beim Überholen mit etwa Tempo 200 die Kontrolle über sein Fahrzeug und rammte einen nicht am Rennen beteiligten Wagen. Eine Insassin dieses Fahrzeugs kam ums Leben. Ihre Identität ist bislang nicht eindeutig geklärt, die Leiche soll wahrscheinlich am Dienstag obduziert werden. Beide Autos waren nach dem Zusammenstoß ausgebrannt.

Vor drei Jahren bekamen Raser zum ersten Mal lebenslängliche Haftstrafen

Der 29 Jahre alte Fahrer des verunglückten Sportwagens war in eine Klinik gebracht und dann festgenommen worden. Ein 26-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen stellte sich am selben Tag der Polizei. Der dritte Sportwagen wurde in einem Stadtteil von Hofheim gefunden, das Auto ist laut Polizei in Dubai zugelassen. Der Fahrer ist flüchtig.

Vor drei Jahren waren in Deutschland zum ersten Mal Raser wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Der Fall der sogenannten Ku’damm-Raser von Berlin ging bis vor das Bundesgerichtshof (BGH), das Urteil gegen einen von ihnen wegen Mordes ist mittlerweile rechtskräftig. Der andere Mann steht derzeit in Berlin vor Gericht, gegen ihn hatte der BGH das Urteil aufgehoben.

RND