Mutter des 15-jährigen vermissten Marvin: „Er wirkte wie ein gebrochener, alter Mann“

Kinderpornografie-Durchsuchung

Am Freitag wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung in Recklinghausen der seit zwei Jahren vermisste Junge Marvin K. in einem Schrank gefunden. Nun spricht seine Mutter über das erste Wiedersehen.

Recklinghausen

22.12.2019, 15:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mutter des 15-jährigen vermissten Marvin: „Er wirkte wie ein gebrochener, alter Mann“

Bei der Wohnungsdurchsuchung wegen des Verdachts auf Kinderpornografie wurde Marvin K. (15) in einem Schrank gefunden. © picture alliance/dpa

Nach dem überraschenden Fund eines Jugendlichen in der Wohnung eines Kinderpornografie-Verdächtigen im Ruhrgebiet ist Haftbefehl gegen den 44-Jährigen erlassen worden. Der Mann sei am Samstag einem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser habe Haftbefehl wegen einer schwerwiegenden Sexualstraftat erlassen, teilte die Polizei in Recklinghausen mit.

„Es wahr unbeschreiblich, wie er sich an mich klammerte“

Nun hat sich die Mutter des mittlerweile 15-jährigen Marvin in einem Interview über das Wiedersehen geäußert: „Ich habe mir zweieinhalb Jahre vorgestellt, wie es ist, ihn wiederzusehen“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. „Es war so unbeschreiblich, wie er sich an mich klammerte. Ich habe ihn kaum erkannt, sein Kopf war so dick. Ich habe mich richtig erschrocken. Marvin wirkte wie ein gebrochener, alter Mann auf mich.“

Warum der Junge zwei Jahre in der Wohnung war, versucht die Mutter zu erklären: „Der Typ, bei dem er gefunden wurde, muss Marvin manipuliert haben. Ich könnte durchdrehen bei dem Gedanken, was man ihm angetan hat. Er sagte, er kam da nicht raus. (…) Wir müssen jetzt kleine Schritte gehen. Was er in den zweieinhalb Jahren erlebt hat, muss er erst mal verarbeiten.“

RND/lob

Lesen Sie jetzt