Mutter-Kind-Station im Bocholter Krankenhaus wird für 4,5 Millionen Euro erweitert

hzSt.-Agnes-Hospital

Schließung des Kreißsaals in Borken, Schließung des Kreißsaals in Stadtlohn - in Bocholt investiert das St.-Agnes-Hospital 4,5 Millionen Euro in die Gynäkologie und Geburtshilfe.

von Theo Theissen

Bocholt

, 22.01.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im St.-Agnes-Hospital in Bocholt werden dieses Jahr wieder Handwerker unterwegs sein. Voraussichtlich im April wird ein zusätzlicher Kreißsaal gebaut, der auch für Notfälle genutzt werden kann.

Außerdem wird wegen der für 2022 beabsichtigten Verlagerung der Gynäkologie und Geburtshilfe von Borken nach Bocholt die Zahl der stationären Betten im zweiten Obergeschoss des Bocholter Krankenhauses erhöht und die Mutter-Kind-Station umfangreich saniert.

Mutter-Kind-Station im Bocholter Krankenhaus wird für 4,5 Millionen Euro erweitert

Mit dem Bau des dreistöckigen Anbaus für die Mutter-Kind-Station soll Ende dieses Jahres begonnen werden. © Grafik: Klinikum Westmünsterland

Die gesamten Baukosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Das Krankenhaus beabsichtigt, Fördermittel bei der Landesregierung zu beantragen.

Neben der konzeptionellen und personellen Vorbereitung seien für die Bündelung von Gynäkologie und Geburtshilfe in Bocholt auch Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen notwendig, damit die Neugeborenen und ihre Familien im Bocholter Krankenhaus künftig optimal aufgehoben seien, teilt Tobias Rodig, Leiter der Unternehmenskommunikation im Klinikum Westmünsterland, mit.

Jetzt lesen

Dabei würden die modernsten medizinischen Konzepte berücksichtigt, wie beispielsweise eine „Wand-an-Wand“-Versorgung für die Intensiv-Versorgung von Frühgeborenen ab einem Geburtsgewicht von 1500 Gramm, aber auch alle Formen von familienfreundlicher Begleitung rund um die Geburt.

Neben einem weiteren Kreißsaal werden zusätzliche Untersuchungs- und Überwachungsräume und ein vorgelagerter Ultraschalluntersuchungsraum eingerichtet. Hier können dann zukünftig jährlich etwa 1500 Geburten stattfinden. Nach dem Zusammenschluss geht das St.-Agnes-Hospital von rund 1300 Geburten aus.

Jetzt lesen

Die Erweiterung wird 143 Quadratmeter beinhalten, die Gesamtfläche des neuen Kreißsaalbereichs 564 Quadratmeter. Für die Zeit des Umbaus muss der Kreißsaal für etwa neun Monate auf eine Station verlagert werden, was voraussichtlich aber nicht vor Mitte April der Fall sein werde, teilt Rodig mit.

Neben der Bettenaufstockung im zweiten Obergeschoss des St.-Agnes-Hospitals soll die Mutter-Kind-Station umfangreich saniert werden. Unter anderem werden alle Patientenzimmer mit einer integrierten Nasszelle ausgestattet.

Ein „Daddy-Room“ für die Väter

Auch ein „Daddy-Room“ (Übernachtungsmöglichkeit für Väter) und ein Familienzimmer sowie spezielle Einzelzimmer mit einer integrierten Überwachungseinheit für Neugeborene sollen eingerichtet werden. Letzteres habe den Vorteil, dass Mutter und Neugeborenes bei einer medizinischen Überwachung des Neugeborenen nicht mehr getrennt werden müssten, erläutert Rodig.

Jetzt lesen

Außerdem werden einige Zimmer mit CTG-Überwachung (Kontinuierliche Kardiotokografie) ausgestattet. Auch der Bereich für Frühgeborene (mit oder ohne Intensivbehandlung) werde modernisiert.

Um die notwendige Vergrößerung und Modernisierung der Mutter-Kind-Station zu ermöglichen, wird das Bettenhaus im St.-Agnes-Hospital um einen dreistöckigen Anbau in Richtung Park erweitert. Der Neubau umfasst eine Gesamtfläche von 1630 Quadratmeter.

In ihm ist im zweiten Obergeschoss die Erweiterung der Mutter-Kind-Station untergebracht. Im ersten und im dritten Obergeschoss des Anbaus entstehen jeweils acht zusätzliche Zwei-Bett-Zimmer mit integrierter Nasszelle.

Die Erweiterungsfläche für die Mutter-Kind-Station allein umfasst 541 Quadratmeter. Insgesamt entstehen hier fünf zusätzliche Zwei-Bettzimmer mit integrierten Nasszellen sowie ein neuer multifunktionaler Familienaufenthaltsraum mit Speisemöglichkeiten für Patentinnen und deren Angehörige und einer Terrasse.

Mit dem Neubau soll Ende dieses Jahres begonnen werden. Die Arbeiten, so ist es geplant, sollen Mitte 2022 abgeschlossen sein.

Lesen Sie jetzt