Nach dem Unfall auf Raiffeisen-Gelände in Gescher werden alle Silos entfernt

hzRaiffeisen Gescher

Ein Silo auf dem Raiffeisen-Gelände in Gescher war Anfang November 2018 eingestürzt. Seit gut zwei Monaten ist das Unternehmen mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Nun mit schwerem Gerät.

von Manuela Reher

Gescher

, 10.01.2020, 09:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

In luftiger Höhe arbeiten Mitarbeiter einer Fachfirma, um die Vorbereitungen für das Abtragen der sechs 34 Meter hohen Silos auf dem Gelände der Raiffeisen Hohe Mark Hamaland zu treffen. Anfang November 2019 war eines der sechs Silos eingestürzt. Zwei hohe Kräne sind bereits von weitem sichtbar, mit denen sich die Fachleute in einer Gondel abseilen lassen.

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Am Freitag soll ein weiteres Gefährt des Abbruchunternehmens Heermann aus Velen an der Unfallstelle eintreffen. Es handelt sich um besonders schweres Gerät, wie Raiffeisen-Geschäftsführer Martin Duesmann-Artmann mitteilt. Nach dem Einsturz eines der sechs Silos am 3. November des vergangenen Jahres sei schnell klar gewesen, dass auch die übrigen fünf Silos nicht erhalten werden konnten. Sie seien durch die „Havarie“, wie Duesmann-Artmann den Unfall bezeichnet, ebenfalls beschädigt worden.

Komplette Technik im Nachbargebäude beschädigt

Auch die komplette Technik, die in einem direkt benachbarten Gebäude untergebracht war, sei damals in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum Glück habe es sich am Tag des Unfalls um einen arbeitsfreien Tag – einen Sonntag – gehandelt, sagt der Raiffeisen-Geschäftsführer. Er wolle gar nicht darüber nachdenken, was den Mitarbeitern hätte passieren können, wenn sich der Unfall während des laufenden Betriebs ereignet hätte.

Seit gut zwei Monaten ist das Unternehmen nun mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Die 7000 Tonnen Getreide, die sich noch in den Silos befanden, mussten mit dem Saugbagger unter hohem Aufwand aus den Behältern entnommen werden. Das Getreide, was nicht mehr zur Fütterung geeignet gewesen sei, sei an Betreiber von Biogasanlagen veräußert worden.

Longfrontbagger wird Silos „abkneifen“

Ab Freitag wird ein Longfrontbagger damit beginnen, die Silos von oben in Abwärtsrichtung gewissermaßen abzukneifen. „Nur ein solches Spezialgerät kann in dieser Höhe für einen solchen Zweck eingesetzt werden“, erläutert Martin Duesmann-Artmann.

Bis Juli sollen an derselben Stelle sechs neue Silos mit komplett neuer Technik und Elektroverkabelung errichtet werden. „Wir stehen kurz vor der Auftragsvergabe“, teilt er weiter mit. Der Schaden gehe in die Millionenhöhe. Letzte Versicherungsfragen seien noch zu klären.

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Bis Juli könne das Gelände aus Sicherheitsgründen nicht über den Venneweg angefahren werden. „Personenschutz hat bei uns oberste Priorität“, betont der Raiffeisen-Geschäftsführer. Der Betrieb des Raiffeisenmarktes und der Tankstelle würden wie gewohnt weiterlaufen und seien weiterhin über die Raiffeisenstraße zu erreichen, was auch schon unmittelbar nach dem Unfall gewährleistet gewesen sei.

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