Nach massiven Protesten: Whatsapp verschiebt Einführung neuer Datenschutzrichtlinien

Messengerdienst

Der Messengerdienst Whatsapp verschiebt die umstrittene Einführung seiner neuen Datenschutzrichtlinien. Das Zwangsupdate am 8. Februar tritt nun zumindest vorerst nicht mehr in Kraft.

Menlo Park

16.01.2021, 09:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Whatsapp steht wegen neuer Datenschutzbestimmungen in der Kritik. Jetzt macht das Unternehmen einen Rückzieher.

Whatsapp steht wegen neuer Datenschutzbestimmungen in der Kritik. Jetzt macht das Unternehmen einen Rückzieher. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Nach massiven Protesten von Nutzern verschiebt der Messengerdienst Whatsapp das geplante Update seiner Datenschutzrichtlinien. Das verkündete der Konzern selbst in einem Blogbeitrag.

Die Richtlinien hätten dem Messengerdienst erlaubt, deutlich mehr Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Facebook oder Werbepartnern zu teilen. Innerhalb der EU gilt eine Ausnahme, da die DSGVO den Austausch größtenteils verbietet. Nutzer hätten den neuen Bedingungen bis zum 8. Februar zustimmen müssen, um den Messenger weiter nutzen zu können.

Dies soll laut Whatsapp nun nicht mehr der Fall sein. Konkret heißt es im Blogbeitrag: „Wir verschieben das Datum, an dem Personen aufgefordert werden, die Bedingungen zu überprüfen und zu akzeptieren. Niemandem wird das Konto am 8. Februar gesperrt oder gelöscht.“

Whatsapp-Nutzer wechseln zu anderen Diensten

Statt eines Zwangsupdates wolle man sich schrittweise an die Whatsapp-Nutzer wenden, damit diese die Richtlinien „in ihrem eigenen Tempo überprüfen“ könnten. Eingeführt sollen die neuen Optionen nun erst am 15. Mai werden.

Zuvor hatte es in den sozialen Netzwerken zahlreiche Proteste gegen die neuen Datenschutzoptionen gegeben. Nutzer riefen dazu auf, zu alternativen Messengern zu wechseln. Dienste wie Telegram, Signal oder Threema verzeichneten in den vergangenen Tagen enorme Nutzerzuwächse.

Rückschlag für Facebook

Die neuen Whatsapp-Bestimmungen betreffen allgemeine Nutzerdaten wie etwa die Aktivität, Angaben zum Smartphonemodell oder zum Standort. Die Chats selbst sind von den Änderungen nicht betroffen, diese sind durch eine Verschlüsselung gesichert und können von Unternehmen nicht mitgelesen werden.

Für das Unternehmen ist die Verschiebung der neuen Regelungen ein Rückschlag. Seit Längerem plant Facebook eine engere Verzahnung seiner Messengerdienste sowie eine Kommerzialisierung des Messengers Whatsapp. Dieser bringt dem Unternehmen bislang wenig Geld ein, da er komplett werbefrei ist.

RND/msc

Lesen Sie jetzt