Nach Reis-Debüt: VfL-Profis wollen nicht über "tolle Moral" sprechen

2:2 gegen Dresden

Viele Tore und viel Spektakel bietet der VfL Bochum in seinen Heimspielen. Das Problem: Am Ende gibt es keine Siege. Kapitän und Spielmacher reden die Situation auch nicht schön.

Bochum

, 15.09.2019, 20:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Reis-Debüt: VfL-Profis wollen nicht über "tolle Moral" sprechen

Punkt zum Einstand: VfL-Trainer Thomas Reis erlebte ein turbulentes Spiel. © picture alliance/dpa

Die Lage beim VfL Bochum bleibt weiter angespannt. Auch nach dem sechsten Spieltag wartet der Fußball-Zweitligist noch auf den ersten Saisonsieg. Beim Debüt von Trainer Thomas Reis gegen Dynamo Dresden gelang in der Schlussphase wenigstens ein leistungsgerechtes 2:2.

Die Hausherren lagen allerdings bis zur 79. Minute mit 0:2 zurück, ehe der eingewechselte Danny Blum und Kapitän Anthony Losilla den Ausgleich besorgten. Die Bochumer Ansprüche werden damit aber nicht erfüllt. Mit nur drei Punkten steht der Revierklub auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Ansätze einer neuen Spielidee

„Wir sollten nicht jede Wche über unsere tolle Moral sprechen, sondern einfach mal anfangen zu gewinnen“, sagte Spielmacher Sebastian Maier. Zuletzt haben die Heimspiele des VfL ähnlich viele Nerven gekostet. Gegen Bielefeld schaffte der Klub nach einem 0:2-Rückstand das Comeback, gegen Wiesbaden sogar nach einem 0:3. Am Ende gab es jeweils ein Unentschieden.

Um auch von Beginn an erfolgreich zu sein, setzte Thomas Reis auf ein konsequentes Pressing und veränderte die Aufstellung nur auf zwei Positionen. Ansätze seiner neuen Spielidee waren zu erkennen, doch vor allem im Angriffsspiel passte kaum etwas zusammen. Es fehlte nicht nur die Präzision, sondern insbesondere das Tempo.

Am Ende mit der Brechstange

Im ersten Durchgang passierte deshalb nur wenig, erst nach dem Seitenwechsel wurde die Partie lebendiger. Doch der VfL machte zunächst die entscheidenden Fehler, Dresden traf gleich doppelt. Danach packte Bochum die Brechstange aus und kam zurück in die Partie. Am Ende waren die Gastgeber dem Sieg sogar näher. Doch das wäre des Guten wohl etwas zu viel gewesen.

Wirklich freuen konnten sich die VfL-Profis deshalb nicht. „Ein Punkt ist zu wenig in unserer Situation. Wir kassieren zu viele Gegentore, die uns dann in Schwierigkeiten bringen“, sagte Torschütze Anthony Losilla. „Ich will, dass wir keine Aufholjagd mehr starten müssen.“

Losilla setzt auf Trainer Reis

Die Zahlen deuten längst auf ein echtes Problem hin, das Thomas Reis schnell in den Griff bekommen muss. Im Schnitt kassiert der VfL mehr als zwei Gegentreffer pro Partie. Zehn eigene Tore sind zwar eine gute Ausbeute, doch nur ein einziges Mal war der VfL vor der Halbzeitpause erfolgreich.

Um diese Schwächen abzulegen, setzt Losilla vor allem auf den neuen Trainer. „Wir haben erst eine Woche mit ihm gearbeitet. Und ich finde, wir haben schon einiges besser gemacht. Genau da müssen wir weitermachen.“ Fortschritte sollen am besten schon am nächsten Samstag zu erkennen sein. Dann tritt der VfL beim SV Sandhausen an und braucht dringend ein Erfolgserlebnis.

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