Negative Hotelbewertungen: Urlauber entgeht Haft in Thailand

Tourismus

Weil er ein Hotel auf mehreren Internetplattformen schlecht bewertet hatte, drohten einem US-Amerikaner in Thailand bis zu zwei Jahre Haft. Nun hat sich der Gast aber mit dem Hotel geeinigt.

Koh Chang

11.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sein Besuch auf der Insel Koh Chang mit anschließenden negativen Bewertungen über das Hotel haben für einen in Thailand lebenden US-Amerikaner schwerwiegende Folgen (Symbolfoto).

Sein Besuch auf der Insel Koh Chang mit anschließenden negativen Bewertungen über das Hotel haben für einen in Thailand lebenden US-Amerikaner schwerwiegende Folgen (Symbolfoto). © picture alliance / Andrea Warnec

Nach dem Urlaub seinen Frust über eine schlechte Unterkunft in Form von negativen Bewertungen Luft machen – für viele ist das im digitalen Zeitalter völlig normal. Auch Wesley B., ein US-Amerikaner mit Wohnsitz in Thailand, hatte nach einem Aufenthalt im Sea View Resort auf Koh Chang mehrere Hotelbewertungen auf Seiten wie Tripadvisor und Google veröffentlicht.

Das Hotel sieht diese allerdings als rufschädigend an. Und in Thailand steht auf Verleumdung, wie sie das Hotel dem Mann vorwirft, eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Also wurde Wesley B. von der thailändischen Polizei verhaftet und zurück auf die Insel gebracht.

Hotelgast muss sich für schlechte Bewertungen entschuldigen

Offenbar ist es nun allerdings zu einer Einigung zwischen dem Hotel und dem Gast gekommen. Wenn Wesley sich bei dem Hotel und der thailändischen Tourismusbehörde entschuldigt, kommt er um eine Haftstrafe herum. Außerdem musste er ein Statement an die internationalen Medien schicken, die zuvor von seiner drohenden Verhaftung berichtet hatten.

Hintergrund der schlechten Bewertungen war offenbar ein Streit über mitgebrachten Alkohol im Hotelrestaurant zwischen dem Gast und dem Personal. Daraufhin hatte der US-Amerikaner die Bewertungen veröffentlicht, in denen er sich über die „unfreundlichen Angestellten“ beschwerte. In einer Bewertung soll er sogar von „moderner Sklaverei“ geschrieben haben.

Das Hotel wies die Kommentare als „komplett erfunden“ zurück. In dem Erklärungsschreiben bezeichnet Wesley B. seine Aussagen als „wiederholt falsch“. Damit habe er das Sea View „böswillig diffamieren“ wollen. „Diese Bewertungen wurden aus Wut und Bösartigkeit geschrieben.“ Das Hotel habe seine Anklage zurückgezogen.

Negative Auswirkung für den Urlauber und das Hotel

Auch wenn der Mann einer Haftstrafe entgangen ist: Negative Auswirkungen hatte die Geschichte trotzdem. Wie die „BBC“ berichtet, habe Wesley B. bereits seinen Job verloren. Außerdem mache die mediale Aufmerksamkeit des Falls es für ihn schwieriger, eine neue Stelle zu finden.

Auch das Hotel hat nach eigenen Angaben finanziellen Schaden genommen. Gegenüber der „BBC“ gab es an, nach Wesleys Bewertungen mehrere Stornierungen und Anfragen zur Behandlung ihrer Miterbeiter erhalten zu haben. „Mehrere falsche und diffamierende Bewertungen in einer gewissen Zeit zu erhalten kann sehr schädigend sein, besonders in diesen unglaublich schwierigen Zeiten“, heißt es in dem Statement.

RND