Neue Betrugsmasche: Polizei warnt vor falschen Schädlingsbekämpfern

Betrug

Für 250 Euro wollten zwei Schädlingsbekämpfer am vergangenen Freitag ein Wespennest in Iserlohn beseitigen. Zahlen musste die Seniorin über 1000 Euro. Die Polizei warnt vor Betrügern und gibt Tipps.

Iserlohn/Essen

12.08.2020, 15:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Angebliche Schädlingsbekämpfer sollten ein Wespennest entfernen - stattdessen haben sie eine Frau um knapp 1200 Euro betrogen.

Angebliche Schädlingsbekämpfer sollten ein Wespennest entfernen - stattdessen haben sie eine Frau um knapp 1200 Euro betrogen. © picture alliance/dpa

Mit einer völlig überhöhten Rechnung für die angebliche Bekämpfung eines Wespennestes haben zwei Männer eine 87-Jährige in Iserlohn um knapp 1200 Euro betrogen.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatten die angeblichen Schädlingsbekämpfer der Frau am Telefon versprochen, für 250 Euro ein Wespennest in ihrem Rollladenkasten zu beseitigen. Tatsächlich kassierten sie nach ihrem angeblichen Einsatz in der Wohnung der Frau am vergangenen Freitag aber 500 Euro in bar und buchten weitere knapp 700 Euro mit der Bankkarte der Frau ab. Das Nest entfernt hatten sie nicht.

Erst später fand die Familie der Seniorin im Internet Hinweise auf die betrügerische Firma. Die Polizei warnt vor unseriösen Schädlingsbekämpfern, die derzeit verstärkt unterwegs seien. Seriös koste die Entfernung eines Wespennestes zwischen 150 und 180, maximal 200 Euro, sagte eine Sprecherin des Deutschen Schädlingsbekämpferverbandes in Essen.

Die Polizei gibt Tipps:

  • Betroffene sollten sich zunächst an örtliche Anbieter wenden. Es gibt überregionale Vermittler, die bei der Suche im Internet in Verbindung mit allen möglichen Ortsnamen ganz oben erscheinen -aber tatsächlich haben sie keine Adresse vor Ort.
  • Auch im gedruckten Telefonbuch können sich Betrüger verbergen. Diese wechseln aber alle paar Wochen die Handynummern, um damit unerreichbar für Beschwerden zu werden.
  • Beschreiben Sie am Telefon Ihr Problem möglichst genau. Nur so kann ein seriöses Unternehmen den Aufwand und damit die Kosten abschätzen. Sind die Nester ohne Leiter erreichbar? Wie groß und wie zugänglich ist das Nest? Vereinbaren Sie möglichst einen festen Preis, fragen Sie nach Fahrt- oder Materialkosten. Kontakten Sie mehrere Anbieter.
  • Lassen Sie sich beraten! Seriöse Fachleute sollten Ihnen eine erste Einschätzung geben können. Sie wissen auch, ob eine Beseitigung des Nestes überhaupt mit den Naturschutzgesetzen vereinbar wäre. Schauen Sie sich im Internet die Webseiten genauer an: Hat die Seite ein Impressum mit Namen und Adresse? Ist dort ein Eintrag im Handelsregister genannt? Kommt der Fachmann selbst oder beauftragt er Dienstleister vor Ort? Fotos auf der Internet-Seite lassen sich aus allen möglichen Quellen zusammensuchen. Es erweckt mehr Vertrauen, wenn der Dienstleister eigene Fotos von seiner Arbeit präsentiert.
  • Bleiben Sie bei den Arbeiten in der Nähe, um Aufwand, Leistungsversprechen und tatsächlich geleistete Arbeit beurteilen zu können!
  • Zahlen Sie nur das, was vereinbart wurde. Bestehen Sie auf einer formgerechten Rechnung. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Lässt sich der Kammerjäger darauf nicht ein, rufen Sie die Polizei und erstatten Anzeige!
  • Im Schadensfall: Wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale bzw. erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

dpa/iri