Niederlande: Corona-Lockdown bis zum 20. Mai - Krankenhäuser in Not

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Ein Großteil der Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bleiben in den Niederlanden bis zum 20. Mai bestehen. Das hat Premierminister Mark Rutte am Dienstagabend bekanntgegeben.

Enschede (NL)

, 22.04.2020, 09:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleichzeitig hat der Premierminister zusammen mit dem Direktor des Nationalen Instituts für Gesundheit und Umwelt (RIVM), Jaap van Dissel, weitere Maßnahmen angekündigt. Demnach sind im Nachbarland alle Veranstaltungen, einschließlich des Profifußballs, bis zum 1. September untersagt.

Ab dem 11. Mai wird in Schritten den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Beginnend mit den Grundschulen. Unterrichtet wird jeweils nur die Hälfte der Schüler, die dadurch nur jeden zweiten Tag zur Schule gehen werden. Schülerinnen und Schüler der Sekundarschulen werden aber erst im Juni wieder zum Unterricht gehen.

Angst vor einer zweiten Virus-Welle

„Wenn wir zu schnell sind, trifft uns der Virus mit einer zweiten Welle“, betonte der Premierminister in einer Fernsehansprache und warb um Verständnis in der Bevölkerung. Mark Rutte nannte aber auch Lockerungen. So können ältere Menschen, die noch unabhängig zu Hause leben, wieder „einige Besucher“ empfangen.

Über 70-Jährige dürfen aber weiter, außer von engen Familienmitgliedern, nicht besucht werden. Besucher in Pflegeheimen bleiben weiter verboten.

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Andere Maßnahmen, wie die Schließung von Cafés und Restaurants werden bis Dienstag, 19. Mai verlängert, berichtet die Tageszeitung Algemeen Dagblatt. Viele Unternehmen bleiben weiter geschlossen, die Mitarbeiter im Homeoffice, wo es geht.

Bisher 3.916 Coronatote in den Niederlanden

In den Niederlanden wurden bis zum 21. April 34.134 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Fast 10.000 Menschen wurden in ein Krankenhaus eingewiesen. Bis zum Dienstag sind 3.916 Menschen an den Folgen der Viruserkrankung verstorben.

Wie die Tageszeitung Tubantia meldet, sind derweil viele Krankenhäuser in den Niederlanden in finanzieller Not. Viel Geld gehe in die Behandlung von Coronapatienten und die Bereitstellung von Intensivbetten. Auf der anderen Seite kommen kaum Geld herein, weil geplante Maßnahmen verschoben wurden.

Ein „Milliarden-Dollar-Deal“

Daher haben die Krankenhäuser nun einen „Milliarden-Dollar-Deal“, so die Tageszeitung, mit den niederländischen Krankenversicherern (ZN) abgeschlossen. Die Krankenhäuser können ab dem 1. Mai einen monatlichen Vorschuss von den Krankenversicherern erhalten, „um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Zahlungsverpflichtungen in Krisenzeiten zu erfüllen“, zitiert die Tubantia den Chef des Verbands der Krankenhäuser (NVZ), Ad Melkert.

Ohne den jetzt abgeschlossenen Deal, das räumt Melkert ein, hätte es noch ein oder zwei Wochen gedauert, und die Krankenhäuser hatten wahrscheinlich keine Gehälter mehr zahlen können. Die Vorschüsse sollten den Krankenhäusern nun Raum geben, Rechnungen einschließlich Gehälter zu bezahlen.

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