Nordkorea: Trump schreibt Kim Brief und bietet Zusammenarbeit an

Absicht der Zusammenarbeit

Der US-Präsident lässt offenbar nicht locker: Laut Angaben aus Pjöngjang bietet Trump Nordkorea das Vorantreiben der Beziehungen an - in einem persönlichen Brief an Machthaber Kim Jong Un.

Seoul

22.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Donald Trump (r), US-Präsident, und Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, begrüßen sich zu Beginn eines Treffens.

Donald Trump (r), US-Präsident, und Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, begrüßen sich zu Beginn eines Treffens. © Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben Nordkoreas in einem persönlichen Brief an Machthaber Kim Jong Un seine Pläne dargelegt, die Beziehungen zwischen beiden Ländern voranzutreiben.

Absicht der Zusammenarbeit bei Seuchen-Bekämpfung

Trump habe auch seine Absicht für eine Zusammenarbeit bei der Seuchen-Bekämpfung geäußert, hieß es am Sonntag in einer Erklärung der einflussreichen Schwester Kims, Kim Yo Jong, in Anspielung auf die Coronavirus-Pandemie.

Kim warnte jedoch, das gute Verhältnis zwischen ihrem Bruder und Trump dürfe nicht auf die belasteten Beziehungen zwischen beiden Ländern übertragen werden.

Kim warf den USA vor, ein „grausames Umfeld“ für Nordkorea schaffen zu wollen. Nordkorea arbeite hart daran, sich in diesem Umfeld selbst zu verteidigen, wurde die stellvertretende Abteilungsleiterin des Zentralkomitees der Arbeiterpartei von den Staatsmedien zitiert.

Gipfel im vergangenen Jahr gescheitert

Nach seinem gescheiterten Gipfel mit Trump im Februar 2019 in Vietnam hatte Kim Jong Un den USA eine Frist bis Ende desselben Jahres gegeben, um akzeptable Vorschläge für die Fortsetzung der Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm anzubieten. Da kein Vorschlag kam, sah sich die isolierte Führung in Pjöngjang nicht mehr an den Teststopp für Atombomben und Langstreckenraketen gebunden.

Kim Yo Jong würdigte den Brief als angemessene Aktion Trumps, die guten Beziehungen zu ihrem Bruder beizubehalten. Wann Kim den Brief erhielt, war unklar.

Atomsprengkopf möglich

Die Erklärung kam einen Tag nach einem neuen Raketentest Nordkoreas. Nach Angaben des Militärs in Südkorea wurden dabei zwei ballistische Raketen in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) abgefeuert. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Tests ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.

RND/cle/dpa