„NSU 2.0“: Anwalt aus NRW bedroht, nachdem er Opfer vertreten hatte

Rechtsextremismus

In den vergangenen Wochen wurden immer mehr Menschen bekannt, die Drohschreiben mit der Signatur „NSU 2.0“ erhielten. Nun ist auch ein Anwalt aus Nordrhein-Westfalen betroffen.

Siegburg

16.07.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mehmet Gürcan Daimagüler agierte im NSU-Prozess als Rechtsanwalt der Nebenkläger.

Mehmet Gürcan Daimagüler agierte im NSU-Prozess als Rechtsanwalt der Nebenkläger. © picture alliance/dpa

Der Siegburger Anwalt Mehmet Daimagüler hat nach eigenen Angaben eine Nachricht mit der Kennung „NSU 2.0“ bekommen. Daimagüler, der unter anderem Opfer im NSU-Prozess vertreten hatte, bestätigte den Eingang am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Anzeige habe er bislang nicht erstattet. Er wäre der erste öffentlich bekannte Empfänger einer „NSU 2.0“-Nachricht in NRW, sollte die Echtheit der Nachricht durch die Ermittlungsbehörden bestätigt werden.

Bei Facebook hatte der Anwalt vorher geschrieben: „Habe - mal wieder - eine Nachricht von „NSU 2.0“ erhalten. Feiges Pack“. Gegenüber der dpa präzisierte der Anwalt, dass er sehr oft rechtsextreme Drohmails bekomme - dies aber die erste mit dem Absender „NSU 2.0“ gewesen sei.

Zuletzt waren nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft mit „NSU 2.0“ unterzeichnete Drohmails bei den Linken-Politikerinnen Janine Wissler, Martina Renner und Anne Helm sowie der Kabarettistin Idil Baydar eingegangen. Vor zwei Jahren war die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz die erste Adressatin derartiger Drohschreiben. Ein Mann war bisher nicht betroffen.

dpa

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